Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  18.  Einlage  von  Pachtzinsen.

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läßt.  Diese  Zahlungsweise  wird  häufig  in  den  Pachtverträgen
besonders  vereinbart.  So  erklärt  ein  Pächter  namens  Kastor  im
Pachtangebote  P.  Amh.  II  88,  21  ff.  (128  n.  Chr.):  Trávia  (d.  i.  CKcpópia)
ò(è]  g€Tpf|cnju  kot’  Itoç  uirèp  (Toû  eîç  tò  òri[|aóô’]iov  pérpuj  òripo-0ÍUÜI
  [  ].TUJV^  Kai  pÉTpndív  croí  àvaòdj[criu]  Trpihrrj  perpií-<j£i
  ktX.,  d.  h.  „alle  die  vorbenannten  Pachtzinsen  will  ich  jährlich
auf  dein  Girokonto  (uTrèp  aoö)  an  den  Staatsspeicher^  einzahlen
unter  Verwendung  des  Staatsmaßes,  und  die  Einzahlung  will  ich
für  dich  (d.  i.  auf  deinen  Namen)  besorgen  (eigentlich  :  in  den
Staatsspeicher  hineingeben)  zu  der  frühesten  Einzahlungsfrist“.
Bei  der  -irpiÚTr]  pérpricnç  handelt  es  sich  nicht  darum,  wann
Kastor  seine  Ernte  beginnt^  und  seine  Zahlungen  frühestens
vomimmt,  sondern  darum,  wann  die  frühesten  Einzahlungen  in
den  Staatsspeicher  im  Anschlüsse  an  die  Ernte  überhaupt
möglich  sind.  Das  erkennt  man  am  besten  aus  einem  anderen
Pachtangebote,  P.  Lond.  III  S.  150,  Nr.  938,  2ff.  (225  n.  Chr.):
èKCpopíOU  dTTOT0K[TOU  TTUpoO  dpTÓpjaÇ  òéKtt  UÉVTE  Kttl
dpT[upíou  òpaxjpdç  éEpRovra,  dç  Kai  d[7roò]uj(Tuu  [kuI  pjeippauj
  Tip  TTaOvi  |iiri[ví],  tò  pèv  [dpTÚjpiov  ÒÓKifiov  dpe-UTÒv
  [vop]iTeu[ó|aev]ov,  tòv  òè  irupòv  peTpp[(Tiju  e]iç  [tòv
bpjpódiov  0ri(J(aopòv)  TrpiÚTT]  [peTppuei  pía]v  òoxiKip
dvTi  pidç'*^’A[0rivaí]ou  [xjai  èîTOÎcruj  pé[T]pncriv  Ka0apà[v
e]íç  [õjvopa  croú  ktX.
Hier  steht  das  peTppcruü  zweimal;  die  Zahlung  soll  im  Erntemonate ­
  Payni  geschehen,  und  zwar,  wie  beim  zweiten  juerpncuj
besonders  für  sich  hervorgehoben  wird,  upiúrp  peTppcrei.  Die  upiórp
péTprjíTiç  deckt  sich  daher  nicht  einmal  mit  dem  Erntemonate  Payni
schlechthin,  sie  besagt  vielmehr,  daß  der  Pächter  „zu  den  ersten
Leuten“  zählen  wird,  die  den  Pachtzins  abtragen.
Bedeutungsvoll  sind  alsdann  noch  die  Worte  {xjai  è-rroícru}
pé[T]priaiv  Ka0apd[v  e]íç  [õjvopa  (Toö®.  Dieses  Ka0apdv  bedeutet
nicht,  daß  das  Getreide  frei  von  Unreinigkeiten  sein  soll  (vgl.
Abschn.  25  über  die  Gebühr  Ka0áp(Jeuuç),  sondern  frei  von  allen

‘  Wohl  [eTraijTov;  vgl.  Abschn.  34.
*  TÒ  brmómov  steht  für  tòv  briínóoiov  Griaaupóv;  vgl.  S.  41.
^  Grenfell  und  Hunt  erklären  :  „The  meaning  is  that  Castor  would  pay
as  soon  as  he  began  measuring  his  harvest“.
*  Über  piav  àvxi  piûç  vgl.  Grenfell  und  Hunt,  P.  Amh.  II  87,  21  Anm.
®  Über  die  Wendung  eîç  õvopa  ooO  vgl.  Abschn.  32.
            
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