fullscreen: Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

sehr bedeutend sein, doch einmal erschöpft werden. Bezüglich der 
Erschöpfung der Kohlenlager kann man sich mit dem Gedanken 
trösten, daß wohl einmal für die in dieser Form aufgespeicherte 
Sonnenenergie, wenn sie auch vorläufig und für lange Zeit noch 
die billigste und bequemste Kraftquelle bleiben wird, ein Ersatz 
gefunden werden dürfte, dagegen ist es unwahrscheinlich, daß je 
für das metallische Eisen ein Ersatz gefunden werde. Die Ver- 
schleuderung von Eisen und Stahl an das Ausland ist ein unein- 
bringlicher nationalökonomischer Verlust. Sie hat aber noch 
eine andere wirtschaftlich verwerfliche Geschäftsgebarung zur 
Folge gehabt, die Ringbildung in der Thomasschlackenproduk- 
tion. Während man früher froh war, die beim Thomasverfahren 
fallende phosphorhaltige Thomasschlacke als Phosphatdünger zu 
niedrigen Preisen an die Landwirtschaft loszuwerden, ist durch 
die Ringbildung die Preissteigerung eine so erhebliche geworden, 
daß auch die Landwirtschaft darunter zu leiden und sozusagen den 
Preisausfall mit zu zahlen hat, der durch billige Abgabe des Stahls 
an das Ausland entsteht. 
Einen wichtigen Bestandteil des in der Denkschrift entwickelten 
Programmes bildet die geologische und montanistische Unter- 
suchung der deutschen Kolonien und die Ausdehnung solcher 
Untersuchungen auf bergbaufreie, wirtschaftlich noch außerhalb 
der sogenannten Großmachtsphären liegende Gebiete. Irgend- 
welchen erheblichen pekuniären Aufwand wird man aber für der- 
artige Untersuchungen nur dann gutheißen können, wenn sie 
rationell ausgeführt werden, das heißt mit besten Mitteln und 
besten Kräften. Man muß diese Voraussetzung ausdrücklıch be- 
tonen, weil sie den Untersuchungen dieser Art oft fehlte. Der geo- 
logische Teil des kolonialen Dienstes darf am wenigsten dazu 
dienen, um jungen Gelehrten oder Beamten Gelegenheit zu geben, 
sich im Beobachten zu üben und interessante Reisen auf Kosten 
des Reiches zu machen. Es müssen vollkommen fertige Leute 
hinausgeschickt werden, die erfahrensten sind gerade gut genug. 
Wenn das in Zukunft erreicht werden könnte, und zwar unter 
Mitwirkung der geplanten Zentralbehörde, dann würde sie auch 
in dieser Hinsicht dem Reiche großen Nutzen schaffen können. 
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