Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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Augen  halten,  daß  uns  die  Statistik  genaue  Aufschlüsse  über  die
Größe  der  Werte,  über  den  Umfang,  den  dort  der  Handel  mit
Waren  erreichte,  die  durch  Bremens  Vermittlung  bewegt  wurden,
nicht  zu  geben  vermag.  Es  führt  dies  noch  zurück  in  die  Zeit,
wo  sich  England  als  monopolistischer  Vermittler  zwischen  die
deutsche  Industrie  und  die  überseeischen  Konsumenten  schob,  wo
es  als  Selbstkäufer  der  Waren  auftrat  und  sie  für  eigene  Rechnung
nach  allen  Himmelsrichtungen  schickte.  Inzwischen  ist  seine  Vermittlerstellung ­
  gebrochen.  Bei  weitem  der  größte  Teil  der  Deutschland ­
  verlassenden  Güter  geht  auf  deutschen  Schiffen  und  für
deutsche  Rechnung  unmittelbar  in  die  Hände  der  überseeischen
Interessenten  über.  Aber  ein  Teil  der  Ausfuhr  Deutschlands,  besonders ­
  Textilwaren,  geht  noch  jetzt  auf  englische  Bestellung
nach  England  und  wird  von  dort,  dem  deutschen  Exporteur  unbekannt ­
  wohin,  weiter  verfrachtet.  So  viel  steht  fest,  daß  diese
Waren  vornehmlich  nach  Süd-  und  Südostasien,  daneben  nach
Australien  (und  Südamerika)  versendet  werden.  Was  darum  in
der  Statistik  als  »Ausfuhr  nach  England«  erscheint,  muß  z.  T.  dem
Handelsverkehr  mit  Indien,  China  usw.  zugeschlagen  werden.  Hier
darf  ich  mich  natürlich  nur  an  die  offenen  statistischen  Feststellungen ­
  halten.

Tabelle  XXI.

Es  bezifferte  sich  (Werte  in  1000  Mk.)  Bremens  asiatische

Jahr

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhrüberschuß

1869

20  298

1  793

18  505

1878

23  568

1  331

22237

1888

47  950

13  787

34  163

1898

58  555

33  165

25  390

1903

79  169

45  388

33  781

1904

81  486

50245

31  241

1905

66  233

61  361

4872

1906

77  147

56  481

20  666

1907

94  906

6x  845

33  °6l

1908

86  462

61  380

25  082

1909

75  956

58  451

17  505

Bemerkenswert  ist  die  außerordentliche  Steigerung  der  Ausfuhr ­
  im  Verhältnis  zur  Einfuhr.  Dadurch  wurde  Asien  für  ganz
Deutschland  und  besonders  für  Bremen  in  mancher  Beziehung  der
interessanteste  und  wichtigste  Erdteil.  Denn  nach  ihm  gehen  die
Hauptmengen  der  Erzeugnisse  der  deutschen  Textilindustrie.
Erst  in  den  letzten  Jahrzehnten  gelang  es  dem  Drängen  der
sog.  »Westmächte«  und  Nordamerikas,  die  beiden  großen  ost ­
            
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