Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kajabokah 
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Kakao 
0,0003 S, Magnesiums 0,0684 g. Eisenoxyduls 
o.ooiog; Chloride des Natriums 2,6381 g; Na 
triumbromid 0,0031 g, Natriumjodid 0,0006 g; 
Sulfate des Kaliums 0,1542 g, Natriums 0,2830 g, 
Natriumsulfid 0,0130 g; Kieselsäure 0,0662 g, Or 
ganische Stoffe 0.0146 g. 
Kajabokah (Kiaboocah, Amboinaholz), eip 
von Singapore kommendes Nutzholz, anscheinend 
der Auswuchs irgend, eines großen Baumes (ver 
mutlich von Pterospermum indicum), ist ziemlich 
hart, kleinmaserig, orange bis rotbraun, und 
wird in China und Indien viel zu Kunsttischlerei 
arbeiten verwendet. 
Kajalithwaren, aus Magnesiazement gefertigte 
Waren, namentlich Tischplatten, Fußbodenplat 
ten usw., die in den verschiedensten Farben her- 
gestellt werden. 
Kajeputöl (lat. Oleum cäjeputi, frz. Essence 
de cajeput, engl. Oil of cajeput), ein dünnflüssi 
ges, durch Kupfer grün bis grünblau gefärbtes, 
klares, ätherisches Öl von starkem Geruch nach 
Kampfer und Rosmarinöl und ähnlichem, an 
fangs brennendem, dann : kühlendem Geschmack, 
gelangt in Wein- oder Bierflaschen gefüllt und 
in Kisten verpackt, zu uns. Es ist ein Destillat 
aus den Blättern und Zweigspitzen des,' ost 
indischen Strauches Melaleuca leucadendron 
und noch einer oder mehrerer Melaleuca- 
Arten und wird für medizinischen' Gebrauch 
gewöhnlich rektifiziert, wodurch man es farb 
los erhält. Im Handel findet sich auch ver 
fälschtes und völlig nachgemachtes öl, das aus 
Rosmarinöl, Terpentinöl und Kampfer zusammen 
gesetzt und grün gefärbt wird. Reines K. be 
steht neben wenig Terpen hauptsächlich aus 
Zineol (Eukalyptol) und außerdem Terpineol, 
hat ein spez. Gew. von 0,919—0,930, dreht 
schwach links, bis — 3 0 40', und muß sich in 
der gleichen Menge 80 0/0 igem Weingeist klar 
lösen. Das öl dient, äußerlich zu Einreibungen 
gegen nervöses Kopfweh, Spulwürmer, Koliken, 
auf Baumwolle eingeführt gegen Zahnschmerz 
und Ohrenleiden, und wurde früher gegen 
Cholera äußerlich und innerlich angewandt. 
Auch eignet es sich gut zur Vertreibung von 
Motten und überhaupt zur Verhütung von In 
sektenfraß. 
Kakao (Cacao, lat. Semen seu Fabae cacao, 
frz. Cacao, engl. Cocoa, Cacao) nennt man die 
Samen des prachtvollen, zu der Familie der 
Büttneriazeen gehörenden Baumes Theobro 
ma cacao, der im tropischen Amerika vom 
23. 0 n. Br. bis zum 20. 0 südl. Br. heimisch ist, 
■aber auch in anderen Ländern vielfach angebaut 
wird. Er findet sich hauptsächlich auf den west 
indischen Inseln, in Venezuela, Kolumbia, Ekua 
dor, Peru und Nordbrasilien, außerdem auf den 
Philippinen, den Sundainseln, Zeylon, Bourbon, 
San Thomd und den Kanaren und neuerdings auch 
m den deutschen Kolonien (Kamerun). Die von 
Linnd aufgestellte botanische Bezeichnung Theo 
broma bedeutet Götterspeise. Der Baum, der 
ltl t Schmucke seiner dichten Belaubung, seiner 
r ?ten Blütenbäschei und goldgelben Früchte 
einen prachtvollen Anblick ' gewährt, erreicht 
eine Höhe von 12 m. Er beginnt im 5. bis 
b- Jahre an zu tragen, gibt im 12. Jahre die 
höchsten Erträge und bleibt 30 Jahre lang nutz 
bar, indem er das ganze Jahr Blüten und Früchte 
trägt. Die im Verlaufe von S—6 Monaten reifen 
den Früchte von der Gestalt einer 20 cm langen 
und 10 cm dicken Gurke enthalten in einem 
wohlschmeckenden, rötlichen Fleische 25—40'Sa 
men. Die letzteren werden aus den aufgeschnitte 
nen Früchten herausgestoßen, durch Reiben und 
Sieben von dem anhängenden Fruchtmus mög 
lichst befreit und an der Sonne getrocknet (un- 
gerotteter K.). Ein feineres Erzeugnis, der sog. 
gerottete K. wird erzielt, wenn man die Samen 
zuerst in losen, mit Laub bedeckten Llaufen oder 
in Erdgruben einer Selbsterhitzung überläßt, 
wobei sie ihre Keimfähigkeit und einen Teil ihrer 
Bitterkeit, sowie den krautartigen, herben Ge 
schmack verlieren und eine dunklere, bräunliche 
Farbe annehmen. Die gerotteten Bohnen, die 
meist an ihrem erdigen Überzüge kenntlich sind, 
werden zur Verarbeitung auf menschliche Nah 
rungsmittel einer sorgfältigen Reinigung durch 
Sieben und Auslesen unterworfen, darauf ge 
röstet und schließlich in besonderen Maschinen 
durch Brechen von den, Schalen befreit. In 
dieser Form, in welcher sie das Ausgangsmate 
rial für Kakaopulver und Schokolade bilden, 
bestehen sie nur aus den reinen Kotyledonen des 
Samens. Diese sog. Kerne enthalten in che 
mischer Hinsicht neben den allen Samen ge 
meinsamen Bestandteilen: Eiweiß, Stärke, Holz 
faser und .Salzen gewisse charakteristische Stoffe, 
die für die Verwendung von größter Bedeutung 
sind, nämlich das dem Koffein verwandte Al 
kaloid Theobromin (s; d.), ferner einen eigen 
tümlichen Farbstoff, das Kakaorot, welches 
erst beim Rotten durch Oxydation entsteht, und 
schließlich beträchtliche Mengen eines beson 
deren Fettes, der sog. Kakaobutter (s. d.). Im 
Mittel enthält K.: 4—8°/o Wasser, i4°/o Protein, 
50% Fett, 10 0/0 Stärke, 14% stickstofffreie Ex 
traktstoffe, je 4 0/0 Rohfaser und Asche und 0,5 »/o 
Theobromin. Unter den sog.. Extraktstoffen fin 
den sich Zucker, Gerbstoff und Phlobaphen 
(Rindenfarbstoff), während die Asche erhebliche 
Mengen Kaliumphosphat enthält. Von den zahl 
reichen Handelssorten werden die feinsten 
Sorten, der mexikanische Sokonusko und Es 
meraldas aus Ekuador, meist im Ursprungs 
lande verbraucht, während die Kakaos aus Vene 
zuela als Karakas und Puerto Cabello in 
großen Mengen nach Europa ausgeführt und 
hier zu den feinsten Schokoladen verarbeitet 
werden. Aus Ekuador gelangen in den europä 
ischen Handel die Guayaquil-K. (Ariba, Ma- 
chala, Balao), die besonders in Deutschland ver 
braucht werden. Holländisch-Guyana führt den 
Surinam-K. ans, der in zwei Sorten, einer fei 
neren, durch Plantagenkultur gewonnenen und 
einer geringwertigen, ranzig-bitterschmeckenden 
von wild wachsenden Bäumen in den Verkehr, 
hauptsächlich nach Holland, gelangt. Britisch- 
Guyana liefert die weniger wichtigen Berbice 
und Essequibo, Französisch-Guyana den ge 
ringwertigen Kayenne-K. und Kolumbia den 
Marakaibo und Angostura. Von brasiliani 
schen Marken seien die bitteren Maranon und 
Para-K. sowie der früher häufig ungerottete 
Bahia, das Haupterzeugnis Brasiliens, erwähnt. 
Die westindischen Inseln liefern den Kuba-, 
Haiti- oder Port au Prince-, Trinidad-, St 
Domingo- und Märtinique-K. Das wichtigste
	        
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