Sellerie
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Senf
nit und Selenquecksilberblei oder Lerbachit
und wird meist aus dem in den Bleikammern
der Schwefelsäurefabriken sich absetzenden
Schlamm dargestellt. Man erhält es als grauschwarze,
schwach metallisch glänzende Masse
von muschligem Bruche, die in dünnen Splittern
am Rande dunkelrot durchscheinend, geruchund
geschmacklos und in Wasser unlöslich ist.
In der Hitze bei Luftabschluß schmilzt das S.
und verwandelt sich dann in einen gelben Dampf,
der sich beim Abkühlen zu einem roten Sublimate
verdichtet. Beim Erhitzen an der Luft
entzündet es sich und verbrennt wie Schwefel
mit rötlichblauer Flamme unter Entwicklung
eines Geruchs nach faulem Rettich. Das S. wird
zur Herstellung gewisser physikalischer Instrumente,
Photophone und Selenradiophone, sowie
zum Rotfärben und, bei sehr kleinen Zusätzen,
zum Entfärben von Glasflüssen benützt.
Sellerie (Eppich, Wassereppich, lat. Radix
apii, frz. Cölerie, engl. Celery), eine zweijährige
Doldenpflanze, bildet angebaut als Garten-S.,
Apium graveolens L., ein bekanntes
Küchengewächs, von dem die aromatisch fleischigen
Wurzeln als Gemüse, zu Salat und zu
Suppen, der starke Schaft und das Kraut wegen
seines Aromas als beliebtes Gewürz benutzt werden.
In England ißt man S. auch roh zu Brot
und Käse. Medizinisch hat die Pflanze insofern
Bedeutung, als ihr Genuß auf die Harn- und
Geschlechtsorgane einwirkt. Von den zahlreichen
Handelssorten gelten große Erfurter Knollen,
niedrig frühe Knollen, große Ulmer,
frühe Leipziger S., als die besten. Der einbis
dreijährige, sehr feine Same wird möglichst
früh in Mistbeeten gesät und darauf im April
oder Mai in gut vorbereitetes, mürbes Land in
Abständen von 50 cm ausgepflanzt. Die Pflege
erstreckt sich auf öfteres Behacken, fleißiges
Begießen und Entfernen welker Blätter. Im
August entfernt man alle Seitenwurzeln, nimmt
im Herbst die Knollen heraus und schlägt sie
in Kellern oder Gruben ein. Auch kann man die
Pflanze über Winter in Kästen an warmen Orten
halten. Die in England und den Niederlanden
beliebte Bleichsellerie, deren gebleichte fleischige
Blattstiele genossen werden, wird in
Deutschland weniger geschätzt. — Die Teilfrüchte
der S. (lat. Fructus apii, frz. Semences
de celerie, engl. Celery seeds) werden zu Sellerieöl
verarbeitet. — Das Sellerieöl (lat. Oleum apii,
frz. Essence de cölerie, engl. Celery oil) wird
entweder aus dem Kraut oder aber nur aus den
Samen gewonnen. Das Krautöl ist von grüngelber
Farbe und hat ein spez. Gew. von 0,848
bis 0,880, das Samenöl ist farblos und vom spez.
Gew. 0,866—0,894. Beide öle - riechen und
schmecken kräftig nach Sellerie und werden u. a.
zur Herstellung des Sellerielikörs verwandt.
Selters bei Weilburg. Dieses Mineralwasser
unterscheidet sich von dem im Handel meist als
„Selterswasser“ bezeichneten Wasser aus Niederselters
(s.d.) hauptsächlich durch das Fehlen von
Natriumbikarbonat und den geringeren Gehalt
an Kochsalz. In 1000 Gewichtsteilen sind nach
der 1891 von A. Ludwig ausgeführten Analyse
enthalten: Bikarbonate des Kalziums 2,1708g,
Eisenoxyduls 0,0018 g, Manganoxyduls 0,0394g;
Chloride des Kaliums 0,0242 g, Natriums
0,5326 g, Lithiums 0,0012 g, Ammoniums 0,0009 g,
■Magnesiums 0,5408 g, Kalziums 0,0333g; Sulfate
des Kalziums 0,0108 g, Bariums 0,0021g,
Strontiums 0,0004 g; Brom-und Jodnatrium Spur,
Tonerde 0,0002 g, Kieselsäure 0,0311g, Organische
Stoffe 0,0040 g und freie Kohlensäure
2,3721 g-Selterspastillen,
künstliche (Pastilli aerophori
Selters) werden hergestellt, indem man 500 g
Natriumbika.rbonat, 375 g Weinsäure, 25 g Kochsalz
und 100 g Zucker mit 900/oigem Alkohol
anfeuchtet, so daß die Masse sich zusammenballt,
darauf zu einem breiten Kuchen ausrollt und
500 Pastillen aussticht.
Semen (in der Mehrzahl Semina) ist die im
Drogenhandel gebräuchliche lateinische Bezeichnung
für Same, die im Handel vielfach mit
dem Begriffe Frucht, lat. Fructus (s.d.), verwechselt
wird. Beide unterscheiden sich dadurch,
daß eine Frucht stets Spuren der Narbe
und des Griffels zeigt sowie eine Fruchtwand
besitzt, in der sich ein oder mehrere Samen befinden.
Auf Preislisten finden sich am häufigsten
folgende Samenarten: Semen abelmoschi, Bisamkörner;
S. canariense, Kanariensame; S. colchici,
Herbstzeitlosensame; S. cydoniorum,
Quittenkerne; S. daturae stramonii, Stechapfelsame;
S. erucae, weiße Senfkörner; S. foenugraeci,
griechischer Heu- oder Bockshornsame;
S. hyoscyami, Bilsenkrautsame; S. lini, Leinsame;
S. papaveris, Mohnsame; S. psyllii, Flohsame;
S. sesami, Sesamkörner; S. sinapis nigrae,
Senfkörner, schwarze; S. staphisagriae, Läusesame;
S. strychni, Brechnüsse; S. tanaceti, Rainfärnsame.
Vgl. die Einzelbesprechungen.
Senegawurzel (Klapp er Schlangenwurzel,
lat. Radix senegae, frz. Racine de sönöga, engl-Senega
root) stammt von der in Nordamerika,
besonders Virginien, Pennsylvanien und Maryland
wild wachsenden ausdauernden Polygalazee
Polygala Senega und wird im Mutterlande
als Mittel gegen Schlangenbiß angewandt. Die
etwa 13 cm lange und federkieldicke Wurzel, die
oben oft einen verdickten Wurzelhals trägt, ist
leicht kenntlich an ihrer gewundenen Form, die
sie wie eine gestreckte Spirale erscheinen läßt,
und an der kielartig vorspringenden Kante, die
an der konkaven Seite entlang läuft. An der
Außenseite erscheint die Wurzel durch Einschnürungen
wulstig. Ihre Farbe ist äußerlich
gelbgrau, der Querschnitt zeigt einön gelblichweißen.
einseitigen Holzkörper und eine bräunlichgelbe,
weiche Rinde, in der die wirksamen
Bestandteile enthalten sind. Der schwache Qeruch
ist unangenehm ranzig, der, wie bei der
Seifenwurzel, süßliche und nachher scharf und
kratzende Geschmack beruht auf einem Gehalt
an den Saponinen Senegin und Polygalasäure.
Medizinisch wird S. in Form von Abkochungen
sowie als Extrakt oder Sirup als
schweiß- und harntreibendes Mittel, besonders
bei chronischen Katarrhen, angewandt, ist aber
in Deutschland dem freien Verkehr entzogen.
Senf (frz. Moutarde, engl. Mustard). Diesen
Namen führen verschiedene Pflanzen aus der
Familie der Kruziferen, von denen besonders
die folgenden technische Verwendung finden-1.
Der weiße oder gelbe S. (Gartensenf, eng'