Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Tabak

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Talg

für  Zigarren,  Kau-,  Schnupf-  und  Rauchtabak.
Seedleaf  und  Florida  finden  als  Deckblatt
Verwendung.  Die  westindischen  T.,  die  am
höchsten  geschätzt  werden,  umfassen  Havanna
und  Kuba  für  Zigarren,  Domingo  und  Portoriko
  hauptsächlich  für  Rauchtabak.  Unter  den
mittel-  und  südamerikanischen  Sorten  ist
der  Varinas  (Kanaster),  ein  sehr  geschätzter
Rauchtabak  in  Rollen  oder  Bündeln,  in  erster
Linie  zu  erwähnen.  Ähnliche  Sorten  sind  Marakaibo,
  St.Thomas,  Cumana,  Orinoko.  Kolumbia,
  Ambalema,  Palmira,  Girong.  ¥ukatan,
  Carmen  liefern  Zigarrengut,  stehen  aber
als  Rauchgut  dem  Varinas  nach.  Esmeralda
gibt  Deckblatt.  Sehr  fein  und  wertvoll  ist  der
Brasil.  Zum  Schluß  ist  noch  der  Kamerun-T.
zu  erwähnen,  welcher  dem  Sumatra  gleichstehen
soll,  und  der  beginnende  Anbau  in  Deutsch-Guinea
und  Ostafrika.  —  Die  Verarbeitung  des  T.
zerfällt  in  die  Herstellung  von  Rauchtabak,  Zigarren ­
  und  Zigaretten,  Schnupf-  und  Kautabak:
Der  Rauchtabak  wird,  geschnitten  und  gesponnen, ­
  in  Rollen  (Kraus-  oder  Krülltabak)  verkauft. ­
  Die  Verarbeitung  der  Blätter  besteht  in
einem  Entrippen  und  Abblatten  oder  in  einem
Plätten  der  Rippen  unter  Walzen.  Vielfach  geht
auch  die  Behandlung  mit  einer  Beize  oder
„Sauce“  voraus,  d.  s.  Mischungen  von  Melasse,
Rosinenabkochungen,  Feigen-  und  Teeauszügen^
Gewürzen,  Kochsalz,  Salmiak,  Salpeter  und  anderen ­
  Salzen,  durch  deren  Einwirkung  die  Brenmbarkeit
  erhöht  wird.  Danach  folgt  das  Schneiden
oder  Spinnen  zu  Rollen  und  das  Darren.  Die
Zigarren  bestehen  aus  dem  Wickel,  d.  h.  der
aus  gepreßten  Rippen  hergestellten  Einlage  mit
dem  unentrippten  Umblatt  und  dem  entrippten
Deckblatt.  Sog.  nikotinfreie  Zigarren  werden
aus  extrahiertem  T.  oder  neuerdings  auch  aus
mit  Gerbstoff  vermischtem  T.  hergestellt  und
heißen  dann  richtiger  nikotinunschädliche  Zigarren. ­
  Thoms  sucht  die  Schädlichkeit  des  Rauchens ­
  durch  Einlegen  eines  mit  Eisenchlorid
oder  Ferrosulfat  getränkten  Wattefilters  zu  beseitigen, ­
  welches  die  gasförmigen  Destillationsprodukte ­
  teilweise  zurückhält.  Schnupftabak
wird  aus  den  besonders  fetten  und  schweren,
schlecht  brennenden  Blättern  durch  Behandlung
mit  „Saucen“  unter  Zusatz  von  Tonkabohnen,
Veilchenwurzel,  Rosenöl  und  anderen  Aromastoffen, ­
  darauf  folgende  Gärung  (Karottieren),
Zerreiben  (Rapieren),  Sieben  und  Sortieren  hergesfellt.
  Zum  Einwickeln  benutztes  Stanniol  darf
nicht.mehr  als  t°/o  Blei  enthalten.  Kautabak
wird  aus  fettem,  schwerem,  besonders  Kentuckytabak, ­
  durch  Einlegen  in  sog.  Saucen  und  Fermentieren ­
  hergestellt  und  zu  fingerdicken  Rollen
(Andouillen)  gesponnen  oder  in  Stangen  gepreßt.
—  Zusätze  fremder  Blätter  sind  grundsätzlich  als
unzulässig  zu  bezeichnen,  da  das  Tabaksteuergesetz ­
  vom  15.  Juli  1909  in  §37  die  Verwendung
von  Ersatzmitteln  verbietet.  Der  Bundesrat  hat
aber  mehrfach  von  der  ihm  eingeräumten  Befugnis ­
  Gebrauch  gemacht  und  gewisse  Ersatzmittel, ­
  insbesondere  Rosen-,  Kirschen-,  Weichsel-,
Althee-,  Wegebreit-,  Huflattichblätter,  Plopfenzapfen
  und  Steinkleeblüten  für  geringere  Sorten
zugelassen.  Hingegen  sind  andere  Blätter,  u.  a.
von  Rüben,  Ampfer,  Kartoffeln,  Zichorien,  Rhabarber, ­
  Ulmen,  Platanen,  Walnuß,  Linden,  Kohl

usw.  durchweg  als  Verfälschungsmittel  beurteilt
worden.  Der  Tabakmangel  im  Kriege  hat  aber
gezwungen,  noch  weitere  Zugeständnisse  zu
machen  und  auch  den  Zusatz  von  Buchen-  und
Zichorienlaub  nachzulassen.  Unter  der  Bezeichnung ­
  Tabakersatz  oder  Rauchkräuter  sind
sogar  völlig  aus  fremden  Blättern  bestehende  Erzeugnisse ­
  in  den  Verkehr  gelangt.  Schnupftabak
wird  bisweilen  durch  Eisenvitriol,  Bleichromat,
Mennige  und  andere  mineralische  Beschwerungsmittel ­
  verfälscht.  Bei  Zigarren  sind  künstliche
Deckblätter  aus  braunem  Papier  festgestellt  worden. ­
  —  Der  T.  bildet  eine  sehr  beliebte  und
einträgliche  Ware  für  Besteuerung.  Die  Steuer
wird  entweder  in  Form  einer  Fabrikatsteuer  (Banderole) ­
  oder  einer  Flächensteuer  erhoben.  Viele
Staaten,  wie  Frankreich,  Österreich-Ungarn,  Italien, ­
  Spanien,  haben  Monopole  eingeführt.
Tabletten  (lat.  Tabulettae,  frz.  Tablettes,  engl-Tabloids)
  nennt  man  durch  Druck,  oft  unter  Zusatz ­
  von  etwas  Gummiarabikum  oder  Tragant,
hergestellte  Täfelchen,  ähnlich  den  Pastillen,  die
gleich  diesen  mdist  im  Großbetriebe  erzeugt
werden.  Als  freigegebene  T.  sind  Natrontabletten, ­
  Brausepulvertabletten,  Salmiaktabletten  zu
erwähnen.
Tada  paya  werden  auf  Java  die  Samen  der
Sterculia  Balanghas  L.  genannt,  die  geröstet
als  wohlschmeckende  Speise  diepen.  Sie  haben
die  Größe  und  Form  einer  Bohde,  besitzen  eine
runzelige  Schale  und  braune  Farbe.  Aus  dem
Fruchtfleische,  in  dem  die  Samen  sitzen,  wird
eine  gegen  Diarrhöe  wirksame  Gallerte  hergestellt. ­

Takamahak  (lat.  Resina  tacamahaca,  frz.  und
engl.  Tacamahac)  ist  ein  dem  Elemiharz  ähnliches ­
  wohlriechendes  Harz  verschiedener  Herkunft ­
  von  Bäumen  aus  den  Familien  der  Burserazeen
  und  Guttiferen,  deren  Steinfrüchte
zum  Teil  stark  ölhaltig  sind  und  außerdem  Harzbestandteile ­
  enthalten.  1.  Das  westindische
oder  amerikanische  T.  besteht  aus  großen,
rundlichen,  graubräunlichen  Stücken,  die  spröde
und  zerreiblich,  außen  bestäubt  und  auf  dem
Bruche  glänzend  und  durchscheinend  sind.  Das
Llarz  besitzt  einen  balsamischen,  lavendelartigen
Geruch,  der  namentlich  beim  Erwärmen  deutlich
hervortritt,  und  einen  aromatischen  bitteren  Geschmack. ­
  Es  stammt  von  Elaphrium  tomentosum
  (Jacq.),  s.  Bursera  tomentosa  und
Elaphrium  excelsum.  2.  Das  ostindische
T.,  von  Calophyllum  Inophyllum  (Lin.)  erhält ­
  man  in  gelbbraunen,  weißlich  bestäubten,
schwach  fettglänzenden  Stücken,  die  schon  in
der  Handwarme  erweichen  und  schwach  lavendelartig ­
  riechen.  3.  Bourbon-  oder  Madagaskar-T.,
  auch  Marienbalsam  genannt,  bildet
dunkelgrüne,  undurchsichtige,  nach  Angelika
riechende,  schwach  bitter  schmeckende  Massen
und  stammt  von  Calophyllum  Tacamahaca-Verwendung
  findet  T.  als  Räuchermittel  und  in
der  Volksmedizin.
Talg  (Unschlitt,  Inselt,  lat.  Sebum,  frz-Suif,
  engl.  Tallow)  nennt  man  die  Fettmassen,
die  umhüllt  und  durchzogen  von  Zellgewebehäuten
  um  die  Nieren  und  das  Netz  sowie
zwischen  den  größeren  Muskeln  der  Wiederkäuer ­
  liegen  und  um  so  reichlicher  vorhanden
sind,  je  besser  der  Ernährungszustand  der  Tiere
            
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