Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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Der  auf  die  hier  gekennzeichnete  verschiedenartige
Weise  entstehende  Anteil  des  Nationalreichtums  am  Weltreichtum ­
  kann  selbstverständlich  »bald  grösser,  bald  kleiner
sein« 1 )  und  muß  offenbar,  um  uns  merkantilistich  auszudrücken, ­
  in  einer  günstigen  oder  ungünstigen  Handelsbilanz ­
  seinen  Ausdruck  finden.
Doch  ist  zu  bemerken,  dass  Kankrin  wohl  den  Ausdruck ­
  »Handelsbilanz«  schon  im  »Weltreichtum«  hie  und
da  gebraucht,  aber  eine  weitere  Erklärung  dieses  Zentralbegriffes ­
  des  Merkantilismus  nicht  gibt.  Überall  da,  wo
vom  Anteil  am  Weltreichtum  gesprochen  wird,  scheint  der
Begriff  der  Handelsbilanz  immer  vorausgesetzt  zu  sein,  als
bedürfte  er  keiner  näheren  Erörterung.  Erst  in  der  »Ökonomie« ­
  wird  die  Handelsbilanz  besonders  behandelt.  »Die
Handelsbilanz  —  heisst  es  da  —  ist  dasjenige  Verhältnis,
wenn  aus  der  Vergleichung  aller  ausgeführten  und  eingeführten ­
  Werte,  nach  Ablauf  des  Jahres,  für  eine  Nation  ein
plus  oder  minus  herauskommt,  also  eine  günstige  oder
ungünstige  Handelsbilanz.« 2 )
»Eine  günstige  Handelsbilanz  vermehrt  das  Kapital
der  Nation«,  sagt  Kankrin 3 ),  und  deshalb  sei  sie  besonders
jungen  Nationen  sehr  notwendig.  Eine  ungünstige  Bilanz
dagegen  sei  sehr  zu  meiden,  da  sie  das  Kapital  des  Landes
vermindere  und  mit  edlen  Metallen  oder  Geld  ausgeglichen
werden  müsse.  Hier  warnt  aber  Kankrin  davor,  bei  der
Herausrechnung  der  Handelsbilanz  in  einen  Irrtum  zu  verfallen, ­
  denn  »edle  Metalle,  ja  gemünztes  Gold  .  —  .  —  .
sind  nicht  selten  Ware,  weil  die  Nation  sie  über  Bedarf
produziert« 4 ).  Es  sei  deshalb  »nicht  immer  leicht  zu  entscheiden, ­
  wie  viel  davon  Ware  oder  Saldo  für  eine  ungünstige ­
  Bilanz«  sei.
Immerhin  müsse  jeder  Staat  stets  nach  einer  günstigen
Bilanz  streben  und  sie  durch  verschiedene  Maßregeln  besser
»)  Weltr.  2-  —  2 )  Ök.  246.  —  Ök.  248.  —  4 )  Ök.  248-
            
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