Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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an  anderen  Stellen  der  »Ökonomie« 1 )  geschieht.  Seine  Behauptung ­
  vom  Metallgeld  als  wahrem  Reichtum,  stützt
Kankrin  folgendermaßen:  »Entweder  ist  das  Metall  aus
eigenen  Bergwerken  ausgebeutet,  und  hätte,  brauchte  man
es  nicht  zu  Geld,  im  Ausland  gegen  Waren  ausgetauscht
werden  können,  oder  es  ist  vom  Ausland  gegen  Waren
eingetauscht,  die  man  hätte  verzehren  können.« 2 )
Man  würde  aber  einen  groben  Irrtum  begehen,  wollte
man  nun  aus  den  oben  zitierten  Äußerungen  Kankrins  über
das  Geld  als  »wahren  Reichtum«  den  Schluß  ziehen,  er  habe
das  Geld  dem  Reichtum  gleichgesetzt,  d.  h.  er  sei  des  Vorwurfes ­
  schuldig  geworden,  welcher  von  A.  Smith 8 )  den
Merkantilisten  gemacht  worden  ist,  nämlich,  daß  die  letzteren
das  Geld  mit  Reichtum  verwechselt  hätten.  Tatsächlich
hat  G.  Kankrin  an  verschiedenen  Stellen  des  »Weltreichtums« ­
  und  der  »Ökonomie«  das  Geld  als  Wertmaßstab
und  Wertzeichen  angesehen,  •  ja  das  Geld  wird  von  ihm
an  einer  schon  zitierten  Stelle  des  »Weltreichtums«  als
»nicht  der  einzige  Reichtum« 4 )  bezeichnet  und  unter  den
verschiedenen  Arten  des  Reichtums  wird  der  Geldreichtum
»das  kursierende,  einen  inneren  Wert  habende  Wertzeichen«
geheißen. 5 )  Daraus  folgt,  daß  das  Geld  bei  Kankrin  doch
als  ein  Wertzeichen,  d.  h.  als  Repräsentant  von  Waren  gilt, 6 )
und,  indem  es  »einen  inneren  Wert«  hat,  d.  h.  Naturalstoff
in  sich  schliest,  als  Kategorie  des  Reichtums  hingestellt
werden  kann.  Somit  ist  der  Begriff  des  Geldes,  wenn  auch
nicht  völlig  klar  und  präzise,  so  doch  ganz  im  Sinne  des
Merkantilismus  von  Kankrin  gefaßt  worden.
Es  entspricht  auch  durchaus  der  oben  gekennzeichneten
Auffassung  vom  Gelde,  wenn  es  im  »Weltreichtum«  unter
anderem  heißt:  »Das  Geld  —  wird  durch  eigene
Produktion  oder  durch  Eintauschen  gegen  Erzeugnisse  erhalten. ­
  In  beiden  Fällen  entsteht  es  wie  das  Sachenkapital,
Ö  Vgl.  Ök.  20  u.  98.  —  *)  Ök.  126.  -  “)  Vgl.  A.  Sm.  II.  195  u.  ff.  -
*)  Weltr.  42.  —  5 )  Ök.  20.  -  «j  Vgl.  Weltr.  45.
            
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