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nach Abzug von über 12% nur 100000 die Strapazen der
Seereise überstanden haben und lebendig in Amerika an
gekommen sein mögen. Von 100000 Angekommenen ver
blieben nur 47 080 für den englischen Bedarf ; d. h. nur 47 %
der britischen Transporte kamen Grofsbritan-
nien, 53 % dem Ausland zugute.
Diese von den englischen Behörden amtlich registrierten
Zahlen werden durch private Angaben durchweg zu Englands
Ungunsten berichtigt. Wilberforce (12. V. 1789; H. o. C.),
der sich ebenfalls mit den amtlichen Berichten bescheidet,
rechnet statt 53% gar 54% heraus. Dabei mufs aber be
rücksichtigt werden, dafs diesen 53% oder 54% wegen der
besseren Qualität eine höhere Bedeutung zukam, als ihr Zahlen
wert besagte; denn es ist klar, dafs für den Rückexport im
allgemeinen nur die kräftigsten und gesündesten Neger in
Betracht kommen konnten, während die von den Strapazen
der „middle passage“ am meisten mitgenommenen auf den
englischen Inseln zurückblieben und die Sterbeziffer dort
erhöhten.
Während nach den obigen Daten 24% der Totalimporte
in Britisch-Westindien wieder ausgefülirt wurden, berechnen
sich aus der bei Southey (III, S. 13) abgedruckten Tabelle
sogar über 37 % :
Importe und Exporte von Sklaven nach und aus
den britischen Inseln in Westindien.
Zahl der Exporte
Zahl der Importe
Jamaika
Barbadoes
Dominica
Grenada
Tobago .
St. Vincent
10451
3619
5
4960
170
:J67
620:
1400
300
1 825
usw
Westindien
24919
9256
Bntisch-
37 °/o
Nach dieser Tabelle wären durchschnittlich 15663 Sklaven
für den britischen Bedarf verblieben. Auch Edwards gibt
15—1(3000 Neger als den jährlichen Bedarf der britischen
Pflanzer an. Da er gleichzeitig die Zahl der Reexportierten
auf 5000 und den gesamten britischen Sklavenhandel auf
38000 Sklaven schätzt, so gingen nach seiner Berechnung jähr
lich etwa % der englischen Importe ins Ausland.
Im Report 1789 finden sich unter V, C, Nr. 5 zerstreute
Forschungen XXV 1 (116). — Hochstetter. 4