Full text: Kritische Studien zum wirtschaftlichen Problem des Zwei- und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben

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auf völlige Exaktheit erheben, da von der Werksleitung 
nur eine runde Zahl, von Hoffmann nur Durchnittswerte 
angegeben sind und außerdem nicht klar ist, ob von ihm 
der Anteil am Erlös oder an den Selbstkosten einer Tonne 
Roheisen gemeint ist; aber er darf vielleicht herangezogen 
werden, um festzustellen, in welcher Richtung der Lohn- 
aufwand im Hochofenbetrieb sich nach Stabilisierung der 
Währung bewegte. 
Daß diese „reinen Löhne“ im Hochofenbetrieb zu prak- 
tischen Vergleichszwecken Verwendung finden, erweisen 
auch die Erhebungen der „Wirtschaftskurve der Frank- 
furter Zeitung“. Nach deren Ergebnissen!) war in jener 
Zeit bei den wichtigsten Industrien Deutschlands, besonders 
auch bei den rohstoffverarbeitenden Gewerben, gegenüber 
der Vorkriegszeit der Anteil der Löhne und Gehälter an 
den Preisen gesunken, während „gegenteilige Ermittlungen 
mehr auf besondere Verhältnisse beschränkt zu sein“ 
schienen. Danach schwankte der Lohnanteil am Preise 
des Produkts eines Hochofenwerkes in den Jahren 1917 
bis 1920 zwischen 5 und 7,4 °%, während er 1913 auf 6,2 %, 
stand. Folgende Aufstellung?) gibt die Verschiebungen des 
Lohnanteils_für diese Zeit wieder: 
1913 2% 
1917 2 
1918 ® 
1919 En 
192 U 
Aus dem Ansteigen des Lohnanteils am Produktpreise 
von 5,5%, im Jahre 1918, also unter dem Zweischichten- 
system, auf 7,4°%, im Jahre 1919, d. h. unter dem Drei- 
Schichtensystem, könnte gefolgert werden, daß hierin der 
Unterschied der Belastung durch den Lohnaufwand infolge 
Wechsel des Schichtensystems zum Ausdruck käme. 
') Wirtschaftskurve der Frankfurter Zeitung, Frankfurt 1923, 
83. Heft, S. 37.
	        
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