Full text: Der Safranhandel im Mittelalter

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wertet, und alljährlich werden nach ihrer Güte die Preise 
festgesetzt. Bei der räumlichen Trennung der Anbaugebiete 
ist oft hier eine verfehlte, dort eine gute Ernte möglich. Auch 
diesen Umstand gilt es auszunutzen. 
Aus den beiden letzten Preisfaktoren geht hervor, daß 
schon die objektiven Verhältnisse der Produktion und des 
Marktes einen spekulativen Charakter tragen. Dies spekula 
tive Element läßt sich noch steigern durch das Eingreifen des 
Kaufmanns. Die beschränkte Zahl der Produktionsgebiete 
macht es einer kapitalkräftigen Firma möglich, Einfluß auf 
allen zu gewinnen und durch ihre Einkäufe die jährlichen 
Preise zu bestimmen. 
Die Organisation des Safranhandels entwickelt sich 
aus dem Bestreben, diese Preisverhältnisse auszunutzen. 
Typisch ist die Organisation der Ravensburger Gesellschaft. 
Wir finden sie Ende des 15. Jahrhunderts an allen bekannten 
Anbauplätzen durch Niederlassungen vertreten. Wir sahen, 
wie Claus Steinhüsler zur Zeit der Ernte regelmäßig die Fak 
torei in Aquila verwaltet und die Einkäufe dort abschließt
	        
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