Full text : Der Safranhandel im Mittelalter

41

Müntzer  von  Nürnberg,  und  für  einen  Erasmus  Furtabach
nach  Deutschland  ').  —  Für  die  Firmen,  die  Handelsbeziehungen ­
  nach  Spanien  haben,  ist  Lyon  auch  wichtig  als  Durchgangstation ­
  für  die  Transporte  von  Spanien  nach  Deutschland. ­
  So  richten  die  Ravensburger  Weisungen  über  Wege
und  Transportmittel  dorthin.  Im  allgemeinen  geht  ihr  Bestreben ­
  dahin,  Lyon  für  den  spanischen  Safran  nur  zum
Transit  zu  benutzen,  doch  werden  ihnen  im  August  1479  4
Ballen  Ort,  die  durch  Lyon  weitergeführt  werden  sollen,
festgehalten.  Sie  müssen  ein  paar  Tage  feilgeboten  werden.
Es  heißt,  die  Freiheit  der  Messe  dürfe  nicht  zur  Durchfuhr
ausgenutzt  werden  1  2  3 ).
England  ziehen  die  deutschen  Kaufleute  im  15.  Jahrhundert, ­
  soweit  nachweisbar,  noch  nicht  in  den  Bereich  ihrer
Safraneinkäufe.  Erst  in  der  Mitte  des  16.  Jahrhunderts  besuchen ­
  Deutsche  die  englischen  Safranmärkte,  zur  Zeit,  als
der  internationale  Safranhandel  der  Deutschen  seine  größte
Blüte  erreichte.
Ein  kurzer  Ausblick  auf  diese  Periode  sei  gestattet,
weil  hier  die  Form  des  Spekulationsgeschäftes,  die  im  Mittelalter
  ihre  Ausbildung  fand,  als  Typus  auftritt 8 ).  Hauptsächlich ­
  wird  sie  repräsentiert  in  den  Geschäften  der  Imhof
und  Welser.  Die  Imhof  sind  seit  Anfang  des  16.  Jahrhunderts ­
  in  Lyon  4 )  vertreten.  Seit  1537  sind  sie  im  aragonischen
Safrangebiet  nachzuweisen.  Von  1540—49  schließt  alljährlich ­
  Wilwolt  Imhof  in  Saragossa  und  Cervera,  einmal  auch  in
Barcelona,  eine  Safrananlegung  ab.  Gewöhnlich  reitet  er
von  Lyon  aus  nach  Spanien  und  bleibt  dort  von  Herbst  bis
Frühjahr.  1541  bleibt  er  auch  den  Sommer  über  in  Saragossa, ­
  um  bei  Heinrich  Buckli-Mötteli  spanisch  zu  lernen.
Eine  ständige  Faktorei  haben  also  die  Imhof  um  diese  Zeit  in
Saragossa  noch  nicht.  Auch  Ende  des  Jahrhunderts  1576
und  1580  haben  sie  Vertreter  dort;  ob  ständige,  ist  fraglich.
1)  Rav.  Pap.  22.  Furtenbach  gab  es  in  Nürnberg,  Augsburg
und  Ulm.
2)  Rav.  Pap.  7.
3)  Für  das  Folgende  besonders  Häbler  XI.  29  ff.
4)  Ravensburger  Papiere  100.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.