fullscreen: Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

3* 
— 35 — 
Mitleidenschaft ziehen, und zwar auî Grund folgender Aus- 
sichten für die Zukunft; 
Im Jahre 1912 betrug z. B, der Gesamt-Schiffseingang in 
den englischen Haien 74 214 Mill, Netto-Reg.-t, 32 ) Von diesem 
Schiffsraum fuhren 43 871 Mill. Netto-Reg.-t unter englischer 
und 30 342 Mill. Netto-Reg.-t unter fremder Flagge. Von 
letzterer Zabi entfallen 8 329 Mill, Netto-Reg.-t auf die deut- 
schen und ôsterreichischen Schiffe, die somit 11 % aller auf 
Engîand fahrenden Schiffe ausmachten. Da nun weiterhin der 
Anteil der Verbündeten am englischen Schiffahrtsverkehr 
5 073 Mill, Netto-Reg.-t (Frankreich 1888, Belgien 1488, RuB- 
land 1 000, Italien 0 697) erreicht, faîlen die übrigbleibenden 
16 942 Mill, Netto-Reg.-t auf die „Neutralen“, 
Selbst unter der Annahme, daB Englands AuBenhandel 
ungefâhr auf der gleichen Hôhe bleibt, kann sein Bedarî an 
Schiîfsraum sich nach dem Kriege, wo ungeheure Vorrâte neu 
zu beschaffen sind, nicht verringern, und jedenîaîls wird das, 
was nach FriedensschluB von seiner zweifellos merklich 
reduzierten Handelsflotte verîügbar ist, stark von seinem 
eigenen Verkehr in Anspruch genommen sein. 33 ) 
Dasselbe gilt von allen anderen Vôlkern, Freilich werden 
die Bedürfnisse des einen Volkes durch den Austausch, der 
eintreten wird, diejenigen eînes anderen bis zu einem gewissen 
Grade ausgleichen, aber dieser Austausch wird durch die Art 
der Erzeugnisse selbst, woran das eine Volk Mangel und das 
andere ÜberfluB hat, eingeschrânkt, und zwar um so mehr, als 
der allgemeine Charakter der Lânder Nordwest-Europas in 
wirtschaîtlicher Hinsicht wesentlich gleichartig ist. 
Was Frankreich anlangt, so wird der Mangel an Verkehrs- 
mitteîn sich dort noch weit fühîbarer machen, da dieses Land 
ja in Zukunft, wenn sein bester Kunde, Deutschland, aus- 
geschaltet wird, viel stârker als früher von der Fin- und Aus- 
fuhr über See abhangt, 
Engîand endlich wird es sich zur Aufgabe machen, mit der 
deutschen Handelsflotte in den Hafen, die dieser dann noch 
32 ) Weltwirtschaftliches Arcliiy, Bd, II, S. 254, 
33 ) Die Tatsache, daB Engîand die fur auslândische Rechnung auf 
sein en Werften in Bau befindlichea Schiffe beschlagnalimt hat, obschon 
die Fertigstellung vieler davon erst in ziemlich îerner Zeit in Aussicht 
.steht, iâfit die Annahme nur um so gegründeter erscheinen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.