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Grundsätzlich haben wir hiernach bei den Reformbestrebungen
mit zwei Richtungen zu tun, die eine,
welche, obschon für Preußen in der „Gerichtstaxe" bereits
eine Rollegialtaxe möglich ist, nach kollegialen
Taxinstanzen, also Taxämtern geht, die andere,
welche an der Taxe durch einzelne Sachverständige
festhalten will. Oie entscheidende Frage ist nun,
welches Ziel man bei diesen Reformbestrebungen im
Auge hat. handelt es sich lediglich um die Erlangung
richtiger Taxen, oderdarum, niedrige Taxenzubekommen?
Das ist die entscheidende Frage!
Um das letztere kann es sich doch nur handeln, wenn man
bodenpolitische Wirkungen will, denn ein anderes Moment,
von der Forderung nach richtigen Taxen abzuweichen, kann
man nicht geltend machen, auch nicht Entschuldungsbestrebungen,
die wir an sich voll und ganz unterstützen. Unsere Vorfrage spitzt sick
also zu aus die Frage, ob man richtige Taxen will, oder ob man
die Regelung des Tarwesens nur als Mittel benutzen möchte, um
gewisse bodenpolitische Ziele — und zwar insbesondere solche der
Rodenreformer — zu erreichen. 3n diesem Augenblick mag diese
Wendung überraschen. Über trotzdem steht und fällt mit dieser
Frage die eine oder andere Richtung, will man das Ziel der
Bodenreform«r, eine, wenn auch vielleicht nur vorübergehende
Verbilligung des Bodens, dann liegt
nachdenLrgebnissenunsererfrüherenRusführungen
nichts näher, als die Forderung nach kollegialen Taxinstanzen
auszustellen, will man aber „richtige"
Taxen, dann darf man die Taxe durch einzelne S a chverständigenichtabweisen.
wolltemandasaber, dann
wird man anderseits nicht daran vorbeikommen, die
furchtbaren Wirkungen sich vor Rügen zu halten, die
daraus entstehen werden, und sich die Frage vorzulegen,
ob um diesen Preis die Taxämter dann nicht doch zu
teuer erkauft find.
Zunächst haben wir bei den Taxamtsschätzungen, wie wir gesehen
haben, mit einer wesentlich niedrigeren Taxe, als wir sie in
Preußen in der Regel von den taxierenden Sachverständigen erlangen,
zu rechnen. Das wird sich naturgemäß umsetzen, in
eine gewaltige verkürzung des Rredits zur ersten
Stelle, wer kann die aber in Preußen wohl ertragen ? hier kann man
allerdings sagen, in Württemberg, Baden, Hessen usw. gehts doch auch.
Das ist richtig. Rber dort gehts nur, weil es von altersher, seit
langer Zeit so ist, weil seit vielen Jahrzehnten, zu einer Zeit, in
der ebensowenig an Hypothekenbanken, wie an die gewaltige Ausdehnung
des Immobiliarkredits gedacht werden konnte, hier die
Taxämter oder Grtsgerichte bestehen. Dann gehts hier aber auch hauptsächlich
deshalb, weil die Verhältnisse in diesen Landesgebieten ruhig,
die Entwicklungsgänge langsam sind, versetzen wir uns aber einmal