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Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Bibliographic data

fullscreen: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

Monograph

Identifikator:
1009139274
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23341
Document type:
Monograph
Title:
Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges
Place of publication:
[Bochum]
Publisher:
[Verband der Bergarbeiter Deutschlands]
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (383 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Die Entwicklung der inneren Politik Deutschlands seit 1890
  • Zweites Kapitel. Die soziale Entwicklung Berlins von 1890 - 1905
  • Drittes Kapitel. Die Parteiorganisationen unter dem gemeinen Recht
  • Viertes Kapitel. Bemerkenswerte Konferenzen und beschließende Versammlungen der Sozialdemokratie Berlins
  • Fünftes Kapitel. Die bedeutsamsten Demonstrationsversammlungen der Berliner Arbeiterschaft
  • Sechstes Kapitel. Die Wahlen zum Deutschen Reichstag in Berlin und den Vororten
  • Siebentes Kapitel. Die Vertretung der Sozialdemokratie Groß-Berlins in den Kommunalverwaltungen
  • Achtes Kapitel. Die Sozialdemokratie in den Gewerbegerichten und den Kaufmannsgerichten Groß-Berlins
  • Neuntes Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung Berlins
  • Zehntes Kapitel. Die bedeutsamsten gewerkschaftlichen Kämpfe Berlins
  • Elftes Kapitel. Der große Bierboykott von 1894
  • Zwölftes Kapitel. Die gewerkschaftliche Bewegung der Handlungsgehilfen Berlins
  • Dreizehntes Kapitel. Die sozialdemokratische Frauenbewegung Berlins
  • Vierzehntes Kapitel. Die Berliner Arbeiter-Sanitätskommission und der Boykott der Charité
  • Fünfzehntes Kapitel. Die Schöpfungen der Berliner Sozialdemokratie für Bildung und Kunst
  • Sechzehntes Kapitel. Die Entwicklung der sozialdemokratischen Presse Berlins
  • Siebzehtes Kapitel. Die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus
  • Achtzehntes Kapitel. Die Entwicklung der Maifeier in Berlin
  • Neunzehntes Kapitel. Die Opfer und die Bilanz des Kampfes

Full text

370 
das wesentlich gewerkschaftlichen Charafter trägt. Im Statut bezeichnet er 
als seine Aufgabe „Äebung der geistigen und materiellen Interessen der 
Mitglieder, insbesondere Regelung der Lohnverhältnisse, gegenseitige 
Anterstützung bei Lohnstreitigkeiten, Aufklärung durch fachgewerbliche 
und wissenschaftliche Vorträge, Beschaffung einer Bibliothek, Pflege der 
Kollegialität durch gesellige Zusammenkünfte und Errichtung eines Arbeits 
nachweises". Aber er sucht die Lösung dieses Widerspruchs doch auf der 
richtigen Linie. Er gründet besondere Kommissionen für die einzelnen 
Berufszweige, und diese Kommissionen sammeln Material über die Lage 
der Arbeiterinnen der betreffenden Industrien, bringen es an die Öffentlich 
keit und interessieren diese für die Aufbesserung der meist jämmerlichen Löhne 
und Arbeitsbedingungen. Insbesondere unter den Arbeiterinnen der Kon- 
fektionsbranchc wird eine lebhafte Tätigkeit entfaltet. Es werden Lohn 
verträge mit einzelnen Firmen vereinbart, es gelingt der Agitation, die 
geplante Einführung eines Zolls auf englisches Nähgarn zu Fall zu bringen, 
ihr sind die ersten Beschlüsse des Reichstags zugunsten einer amtlichen Er 
hebung über die Lohnverhältnisse in der Wäschefabrikation und der Kon 
fektionsindustrie zuzuschreiben, und auch die Einfügung gewisser Bestimmungen 
gegen den Wucher mit Arbeitsmaterial (Trucksystem) in die Gewerbeordnung 
ist auf sie zurückzuführen. EA kommt ferner damals auch schon zu einer rein 
gewerblichen Frauenorganisation, dem Verein der Mäntelnäherinnen. 
Einrichtungen für Rechtsschutz, ärztliche Lilfe und Arbeitsnachweisung werden 
getroffen, Petitionen an die städtischen Behörden für weiblichen Fortbildungs 
unterricht und für Zulassung der Frauen zum Gewerbegericht werden in 
Amlauf gesetzt, und durch Vorträge sozialpolitischen Inhalts werden die 
Mitglieder über die Zusammenhänge der gesellschaftlichen Zustände und 
die sozialen Bestrebungen der Zeit aufgeklärt. (Vergleiche darüber ins 
besondere die Schrift von Emma Ihrer, „Die Arbeiterinnen im Klassen 
kampf", Lamburg 1898, S. 12 ff.) 
Aber diese aufklärenden Vorträge waren nicht nach dem Geschmack 
der Obrigkeit, und als im Frühjahr 1886 der Puttkamersche Streikerlaß 
das Signal zu schärferem Vorgehen gegen die Arbeiterbewegung gegeben 
hatte, fielen ihm unter anderen auch die Arbeiterinnenvereine zum Opfer, 
wie das in Band II dieses Werkes auf Seite 196 und 205 geschildert ist. 
Damit tritt die Arbeiterinnenbewegung Berlins als solche wieder für 
einige Zeit von der Öffentlichkeit zurück. Aber die Bewegung verflüchtigte 
sich deshalb nicht. Als Mitglieder der 1884 gegründeten „Zentral-Kranken- 
und Begräbniskasse für Frauen und Mädchen", die ihren Sitz in Osfen- 
bach und, wie an vielen Orten im übrigen Deutschland, so auch in Berlin, 
ihre Verwaltungsstelle hatte, fanden die Treugebliebenen Anlaß und Ge 
legenheit, zusammenzukommen und die angeknüpften Verbindungen aufrecht 
zuerhalten. Auch erzwang man sich durch zahlreiches Erscheinen in öffent 
lichen politischen Versammlungen von der Polizei das bis dahin den 
Frauen wider das Gesetz verweigerte Recht zur Teilnahme an solchen Ver 
sammlungen. Auf dem Pariser Internationalen Sozialistenkongrcß von 
1889 ließen sich die sozialistischen Frauen und Mädchen Berlins durch 
Emma Ihrer und Klara Zetkin vertreten, und die Berichterstattung voin 
Kongreß gab Gelegenheit, die zeitgemäß gewordene Wiederaufnahme der 
öffentlichen Agitation und Organisation zu erörtern. Eine aus sieben
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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