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Die Praxis der bürgerlichen Klassenjustiz im Kampfe gegen die revolutionären Bewegungen der Werktätigen, nationalen Minderheiten, Kolonial- und Halbkolonialvölker

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Bibliographic data

fullscreen: Die Praxis der bürgerlichen Klassenjustiz im Kampfe gegen die revolutionären Bewegungen der Werktätigen, nationalen Minderheiten, Kolonial- und Halbkolonialvölker

Monograph

Identifikator:
1789410827
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-174483
Document type:
Monograph
Title:
Die Praxis der bürgerlichen Klassenjustiz im Kampfe gegen die revolutionären Bewegungen der Werktätigen, nationalen Minderheiten, Kolonial- und Halbkolonialvölker
Edition:
Als Ms. gedr
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Mopr Verl.
Year of publication:
1928
Scope:
124 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Das Gefängnisregime
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Praxis der bürgerlichen Klassenjustiz im Kampfe gegen die revolutionären Bewegungen der Werktätigen, nationalen Minderheiten, Kolonial- und Halbkolonialvölker
  • Title page
  • Contents
  • I. Die Ausnahmegesetzgebung gegen die Werktätigen und ihre Organisationen
  • II. Die juristische Praxis in den politischen Prozessen und die Organisierung der Verteidigung
  • III. Die außergerichtliche Justiz und die Polizei
  • IV. Das Gefängnisregime
  • V. Das Asylrecht
  • VI. Die rechtliche Lage der nationalen Minderheiten
  • VII. Die Gesetze und das Gerichtswesen in den Kolonial- und Halbkolonialländern

Full text

Kammern mit Häftlinge vollgestopft werden, denen man nicht ge- 
stattet, während 20 Tage die Schwelle zu überschreiten; sie werden 
selbst nicht auf den Abort gelassen, der Abort wird durch einen 
Kübel ersetzt; sie werden bei Brot und Wasser in einer unmöglichen 
Atmosphäre gehalten, der frischen Luft ganz beraubt, ' 
Die zweite Art der Strafe ist die Uebersiedlung in eine Zelle 
mit Kriminellen, was sehr oft bei Frauen praktiziert wird, 
Trotz aller Foltern und Mißhandlungen ist der Geist unter den 
Ned Gefangenen gut, wobei es unter ihnen Dutzende und 
underte gibt, über die schon vier Jahre die Todesstrafe schwebt. 
Es gibt unter ihnen solche, die seit zwei, drei und vier Jahren beim 
Schlafengehen abends nicht wissen, ob man sie nicht am Morgen 
zum Galgen oder zur Erschießung führt. 
Die zum Tode Verurteilten werden gekettet; ihre Ketten werden 
weder bei Tag noch bei Nacht abgenommen. 
Eine ärztliche Hilfe gibt es in den Gefängnissen nicht, Ist die 
Gefängnisverwaltung gezwungen, einen Arzt von außen zu rufen, so 
wird der Gefangene dieser Hilfe nur in einem furchtbar erschöpften 
Zustand teilhaftig, Ich führe hier das Beispiel des politischen Ge- 
fangenen Patow an: Seine Frau ist Aerztin und erwirkte’ für ihn 
eine unbedingt nötige Operation bei voller Narkose. Die Narkose 
erfolgte derart, daß es nur der Einmischung der Frau zu danken ist, 
daß Patow nicht für ewige Zeiten eingeschläfert wurde, Unmittelbar 
nach der Operation wurde er gezwungen, zu Fuß nach dem Zentral- 
gefängnis von Sofia zurückzukehren, 
Ein solches Regime besteht nicht nur im Zentralgefängnis, son- 
dern auch in den Provinzgefängnissen., 
Jetzt kann in der Gefängnispraxis der bulgarischen Machthaber 
noch folgende Erscheinung festgestellt werden: den politischen Ge- 
fangenen werden nicht nur die Besuche der Verwandten, sondern 
auch die der Verteidiger verboten, Um die Besuchsmöglichkeit außer- 
dem zu erschweren, werden die Gefangenen in Geflängnisse versetzt, 
die weit von dem Aufenthaltsort der Verwandten entfernt liegen, 
Die Besuche, wenn sie doch noch ausnahmsweise gewährt werden, 
beschränken sich auf eine sehr kurze Zeit, wobei der Besuch vom 
Gefangenen durch ein Eisengitter getrennt ist; außerdem findet eine 
sehr strenge Bewachung statt. 
Der Zweck dieses Regimes ist, den politischen Gefangenen ihr 
moralisches Rückgrat zu brechen und letzten Endes sie phvsisch zu 
vernichten, ; 
Trotz alledem ist der Geist der politischen Gefangenen sehr gut: 
Als ein Geistlicher ihnen zu Weihnachten eine Predigt halten wollte, 
beantworteten sie diese mit der „Internationale‘, In der Nacht dran- 
gen „unverantwortliche‘“ Elemente — Offiziere und Faschisten — in 
die Zellen und prügelten alle Gefangenen, davon einige zu Tode. 
Vom Geist der Gefangenen zeugt weiter der Ihnen bekannte sieben- 
tägige Hungerstreik, 
Ungeachtet aller Schikanen entwickelt sich die Massenbewegung 
für die Amnestie immer mehr, Die Frauen und Mütter der Polit- 
gefangenen stehen an der Spitze dieser Bewegung, Jedermann weiß, 
daß es hier nicht um eine Begnadigung, sondern um die physische 
Rettung der politischen Gefangenen und damit um die moralische 
Stärkung der revolutionären Bewegung geht,
	        

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Weltwirtschaftsleere Und Weltwirtschaft. Verlag des Hauslehrers, 1928.
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