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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die neuere Ausdehnung des Hofsystems. Ältere Dorfgröße. 263 
wesentlich aus der späteren Zeit, da neben den älteren Sommerdeichen die das ganze 
Feld dauernd schützenden Winterdeiche entstanden. Was die deutsche Separation und 
Güterzusammenleguͤng an ausgebauten Ritter- und Bauernhöfen geschaffen, ist ein Er— 
gebnis unseres Jahrhunderts. Und ein Vermessungssystem wie das amerikanische, das 
alles Land in Quädrate zerschneidet, deren Grenzen zugleich Wege sind, das überhaupt 
keine Dörfer mehr kennt, sondern nur viereckige Farmen mit dem Hofe in der Mitte 
derselben, ist nur in einer Zeit hoher Technik und ausgebildeten Verkehrswesens denkbar. 
Wenn das spätrömische System der kaiserlichen Agrimensoren damit Ahnlichkeit hat, so 
waren damals in Italien auch die Voraussetzungen ähnlich. Heute fehlt das Hofsystem 
hier wie in Spanien und allen Mittelmeerländern. 
Der künftige volle Sieg dieses Systems in den alten Gebieten des Dorfsystems ist nicht 
zu erwarten, so sehr da und dort heute durch Ausbau an landwirtschaftlichen Produktions- 
kosten gespart werden könnte. Es wird heute das isolierte Wohnen durch Posten, Eisen— 
bahnen und Telegraphen, durch verbesserte Polizei und Justiz erleichtert. Ein Teil der 
in den Städten übermäßig neben und über einander gehäuften Menschen drängt wohl 
nach Licht, Luft und Raum in freierer Siedelung, aber nicht nach isoliertem Wohnen. 
Es wird sich in dieser Beziehung wohl noch manches verschieben; aber die Dörfer der 
alten Kulturländer werden nicht ganz verschwinden, schon weil zu große Werte in ihnen 
stecken, die durch Auflösung zerstört würden, weil die bestehenden Sitten zu fest sitzen, 
und auch zu viele andere wirtschaftliche und menschliche Motive dagegen sind. 
Auf die Größe der hentigen Dörfer kommen wir nachher. Über die Größe derselben 
im 15. Jahrhundert und später führe ich für 58 Pfälzer Orte nach Eulenburg an, daß 
1439 1784 1880 
alle je einer alle je einer alle je einer 
zusammen durchschnittlich zusammen durchschnittlich uusammen durchschnittlich 
7 Orte 3800 635 Einw., 5 562 927 Einw. 7724 2954 Einw., 
24 5562 231 ⸗ 11689 487 87 033 1548 ⸗ 
27 — 1902 70 — 4366 161 — 18 548 690 — 
hatten. Ahnlich hat schon Mone nachgewiesen, daß die badischen Dörfer, welche jetzt 
80 -300 Familien besitzen, im 15. Jahrhundert meist 10 —80 hatten; von 30 badischen 
Städten und Dörfern verechnet er 1580 eine durchschnittliche Bevölkerung von 419, 
1852 von 1310 Seelen. Von den russischen Dörfern meldet uns Keußler, sie hätten 
im 16. Jahrhundert meist 16 —120 Einwohner, selten schon die letztere Zahl gehabt, 
während jetzt größere Dörfer die Regel seien. 
97. Die Entwickelung des Städtewesens vom Mittelalter bis 
gegen 1800. Weit vorgreifend haben wir so den Gang der Siedelung auf dem Lande 
bis zur Gegenwart zu zeichnen gesucht. Ihr steht nun die Städtebildung gegenüber, 
die von der antiken sich dadurch unterscheidet, daß sie nicht so enge mit der Staats⸗ 
bildung zusammenhängt, daß sie, obwohl auch von militärisch-administrativen und kirch— 
lichen Einflüffen berührt, doch mehr wirtschaftlichen Ursachen, hauptsächlich dem Bedürf⸗ 
nis von Handel und Gewerbe entspringt. Als der Übergang und die Vorbedingung 
für höhere Kultur erscheint aber die Zeit der neueren Städtebildung ebenso wie die der 
antiken. Es ist im Altertum wie in der neueren Zeit für alle Völker Jahrhunderte 
lang die wichtigste volkswirtschaftliche Organisationsfrage, wo und wie das fehlende 
städtische Leben zu erzeugen sei. 
Die 96 angeblichen Städte (104640), welche der bekannte Geograph Ptolomäus 
im 2. Jahrhunderten. Chr. für Deutschland aufzählt, waren wohl Fürstensitze, Stammes— 
befestigungen, Versammlungsorte; daneben bestanden vielleicht einige dichtere Siedelungen 
an Salzquellen und Furten. Die ersten eigentlichen Städte, die die Germanen sahen 
und haßten, waren die 50 römischen Grenzkastelle und die befestigten Donau- und 
Rheinstädte. Unsere Vorfahren bezeichneten sie als „Burgen“, wie bis ins 18. Jahr— 
hundert jeder größere und befestigte Ort hieß. Die städtischen Mauern erschienen den 
Germanen, sagt Ammianus Marcellinus, als die Mauern eines Grabes; sie zerstörten
	        

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