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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

1. G. Anschütz, Deutsches Staatsrecht. 5347 
Erst bei der Erweiterung des Norddeutschen Bundes zum Deutschen Reiche verschwand 
dieser starke letzte Rest des „verlängerten Preußens“ aus der Verfassung, wurde auch 
die Kommandogewalt über Heer und Flotte nationalisiert. Sie wurde es — nicht schon 
zurch die Novemberverträge von 1870, welche eine Anderung in der staatsrechtlichen 
Stellung des Bundespräsidiums und Bundesfeldherrn überall nicht beabsichtigten, wohl 
aber durch die Einführung des Kaisertitels (s. oben S. 509) und durch die Folgerungen, 
welche die Neuredaltion der R.V. (16. April 1871) aus dieser Einführung gezogen hat. 
— UÜber die Vorgänge und maßgebenden Absichten bei dieser „Erneuerung der deutschen 
Kaiserwürde“ sind wir jetzt durch Bismarck (Gedanken und Erinnerungen V118 ff.) 
zenau unterrichtet. Wir wissen, wie dies Gestum Bismareki per Regem Ludovieum 
gemeint war. „Die Annahme des Kaisertitels war ein politisches Bedürfnis, weil er in 
den Erinnerungen aus Zeiten, da er rechtlich mehr, faltisch weniger zu bedeuten hatte, 
zin werbendes Element für Einheit und Centralisation bildete“ (a. a. D. S. 115); — 
der Glanz der alten Kaiserkrone, der Erinnerungswert dieses ehrwürdigen, tausendjährigen 
Symbols deutscher Einheit sollte unverloren bleiben, sollte für das neue Reich nutzbar 
gemacht werden. Das ist das eine. Das andere Motiv der Einführung des Kaisertitels 
aber ist die volle und bewußte Überwindung des Gedankens der preußischen Hegemonie. 
Wenn Bismarck dem König Ludwig von Bayern nahelegte (a. a. O. S. 117, 118; 
l8363), „daß die bayrische Krone die Präsidialrechte dem Könige von Preußen (se. als solchen) 
ohne Verstimmung des bayrischen Selbstgefühls nicht werde einräumen können; preußische 
Autorität innerhalb der Grenzen Bayerns ausgeübt, sei neu und werde 
die bayrische Empfindung verletzen, ein deutscher Kaiser aber sei nicht der im Stamme 
verschiedene Nach bar Bayerns, sondern der Landsmann“ ... „schicklicher Weise“ 
fönne daher König Ludwig die der Autorität des Präsidiums bereits zügesagten, wiewohl 
aoch nicht ratifizierten Konzessionen „mur einem Deutschen Kaiser, nicht aber 
dem Könige von Preußen machen“; — wenn König Ludwig diesen Ideengang 
Wort für Wort sich zu eigen machte uͤnd in Übereinstimmung mit ällen deutschen Re⸗ 
zierungen seinen Antrag auf Annahme des Kaisertitels entsprechend motivierte!; — 
venn endlich der erste Kaiser des neuen Reiches in jener denkwürdigen Versailler 
Proklamation vom 18. Januar 1871 dem deutschen Volke kundtat: „.. Demgemäß 
verden Wir und Unsere Nachfolger an der Krone Preußens fortan den Kaiserlichen Titel 
n allen Unsern Beziehungen und Angelegenheiten des Deutschen Reiches führen,“ so 
zrhellt aus alledem der Sinn, in welchem vornehmlich die Kaiserwürde angeboten und 
angenommen wurde: völlige Aufgabe des Hegemoniegedankens und Vereinigung sämt- 
licher der Krone Preußen außerhalb der Buͤndesratssphäre zustehender Präsidialrechte, 
inschließlich der Kommandogewalt über Heer und Marine, zu einem ein— 
Jeitlichen obersten Reichsamt: zum Kaisertum. Es war einfacher Vollzug des Willens 
aller Beteiligten, wenn die Neuredaktion der Reichsverfassung vom 16. April 1871 die 
Bezeichnung „Kaiser“ nicht nur an den Stellen einsetzte, wo die norddeutsche B.V. den 
Ausdruch , Bundespräfidium“ gebrauchte (Art. 11, 17 18, 86, v0o u. s w), sondern auch 
dort, wo (wie z. B. in Art. 53, 68) früher der „König von Preußen“ als solcher 
schlechthin oder als „Bundesfeldherr“ figurierte. 
So gelangte die Nationalisierung der Präsidialgewalt, die Transformation der 
Hegemonie in das Reichsamt zum formellen Abschluß. Über die staatsrechliche Natur 
»es Kaisertums ist daher zuerst dies zu sagen: Das deutsche Kaisertum st nicht die 
preußische Hegemonie über das außerpreußische Deutschland, vielmehr die lebendige Ver⸗ 
geinung dieser Hegemonie. Die kaiserlichen Regierungsrechte sind nicht Bestandteile oder 
Zubehörstücke der preußischen Staatsgewalt, sondern Inhalt einer mit der Krone Preußen 
eal unierten Reichsorganschaft. Wenn der Kaifer in Baden eine Festung anlegen 
Das Schreiben des Königs von Bayern an Koni— Wilhelm J. abgedruckt z. B. bei Zorn, 
Staatsr. J BI. andee Bae v— edens durch die we der Kaiser⸗ 
würde solle ausgedrückt werden, daß die mit der Krone Preußen verbundenen Präsfidialrechte Rechte 
kien, welche Ew, Majestät im Namen des gefamten deutschen Baterlandes auf Grund der 
Linigung seiner Fürsten ausüben“.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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