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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

216 
alle Nachrichten auf Heimwerk" x ). Diese drei Gewerbe werden, wie 
man aus der Nebeneinanderstellung obiger Sätze sieht, unter dem Gesichts 
punkt der untransportabeln Betriebsmittel als untauglich zur Störarbeit 
erklärt; und gerade die Stellen, welche er zitiert, lassen die Möglichkeit 
der Störarbeit mindestens offen 2 ). 
Neben der Stör hat natürlich immer auch Lohnwerk in der Form 
von Heim werk bestanden und besteht heute uoch für die kleinen Gerbe 
reien fort. 
Die ursprünglicheEntlöhnung des gewerblichen Arbeiters geschieht 
in der Naturalienwirschast, wenn möglich sehr häufig, durch die Rohstoffe 
oder Hauptprodukte des betreffenden gewerblichen Arbeiters. Das ist 
auch für die Gerberei der Fall; der Gerber wird entlöhnt z. B. durch 
Überlassen der halben Haut 2 ); nach der Gerichtsordnung von Glurns 
soll er „ein Vierling . .. abschneiden, das die augenlöcher halbe an der 
haut beieiben", oder nach den Ordnungen von Stein und Latsch „sollen 
die gerber von den neuen heuten weiteres nicht nemben als allain was 
ihnen . . . billig gehört den schwaif und die Horn" ch. 
Solche Formen der Entlöhnung finden sich natürlich verhältnis 
mäßig selten; denn die Regel bildet die Entlöhnung mit Geld. Schon 
das Edikt Diocletians präzisiert scharf die Entlöhnung für das Handwerk 
der Gerber 2 ), und aus einem ähnlichen Motiv, wie dieses Edikt Dio 
cletians entstand, entstand z. B. eine Würzburger Taxordnung von 
1696, welche gleichfalls eine Maximaltaxe darstellt; in der Einleitung 
heißt es „weil die Handwerksleute diejenige, welche ihre Arbeit bedörffen, 
unmeßig übersetzen, ihren Lohn und Feylschafften allzuhoch und nach 
eigenem belieben ersteigern" wird die folgende Taxordnung gegeben 2 ): 
Bon einer guten Hirschhaut zubereiten 
Von einer Wildhauth zubereiten 
Von einem Rehfell 
Von einer guten Bockhauth 
Von einer mittelmeßigen Bockhauth 
Von einer alten Geißhauth 
Von einem Jährling 
Von einem Kalbfell zubereiten 
Ein Hammelshaut 
Ein Schaasfell 
Ein Lambsfell 
1 Thaler 
12—13 Batzen 
Im allgemeinen wird das Lohnwerk in den Ordnungen soviel als 
möglich beschränkt'); in einem Nürnberger Ratsbeschluß vom 28. April 
Dunkel 1903, S. 136. -) Vgl. Dunker 1903, S. 119, 131. 
s ) Rübling 1897, S. 462. *) Dunker 1903, S. 119. 
°) Mommsen 1893, S. 24—25, 59. °) Würzburg 1696. 
7 ) Vgl. auch 6. 230, Anm. 4.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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