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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

225 
kicheren Formen des Handwerks kurz besprochen und wenden uns nun 
mehr zur Betrachtung seiner Entfaltung. 
§ 24. Die Entfaltung der Ledergewerbe und die Entwicklung 
des Weitzgerberhandwerks. 
Die erste Frage, welche uns hier beschäftigt, ist die nach der Form 
desAuftretens der Gerber überhaupt und der Weißgerber im besonderen. 
Zu den ältesten und wichtigsten Quellen, welche uns hier für das 
deutsche Mittelalter orientieren, gehören die Rechtsdenkmäler deutscher 
Volksrechte. Wenn wir in diesen Rechtsaltertümern, z. B. in der Salia, 
deren Entstehung wahrscheinlich in den Anfang des 6. Jahrhunderts 
zu verlegen ist, nach Gerbern suchen, so finden wir nur einen einzigen 
Lederarbeiter erwähnt, welcher etwa unserem Sattler entspricht *); auch 
die späteren Rechtsdenkmäler führen einen Gerber niemals an. Etwas 
eingehendere Nachrichten auch über gewerbliche Verhältnisse haben wir 
dann aus der Karolingerzeit, und zwar für diese sowohl aus weltlichen 
als auch aus geistlichen Grundherrschaften. In allen diesen Fällen, wo 
manchmal sogar eingehendere Aufzählungen von Handwerkern, Hand 
werksprodukten oder deren Werkzeugen vorliegen, werden Gerber eben 
falls nicht genannt; so ist es im Wirtschaftskapitular Karls des Großen 
von 812, so im Bauriß von St. Gallen von etwa 820—830 3 ), so in 
der Wirtschaftsordnung Adalards von Corbie von 822 4 ), so ist es auch 
später noch, so in der Bauordnung für Farfa°) von 1039—1048, so 
in der Abtei Werden im 12. Jahrhunderts); sogar im Kloster Saint 
Trond bei Lüttich fehlen noch in den Jahren 1249—1272 die Gerber 7 ). 
Gfrörer hat aus solchen Verhältnissen den Schluß gezogen, daß im 
8- Jahrhundert die Gerberei nicht durch einen besonderen Handwerker 
stand, sondern durch gewöhnliche Arbeiter oder Bauern betrieben worden 
fei®), ein Schluß, der seitdem von Riedenauer, Büchsenschütz, Blümner 
u. a. auch auf die ähnliche Wirtschaftsstufe der homerischen Zeit über- 
iragen worden ist. Die Ledergewerbe, welche in den erwähnten Ur 
kunden vorkommen, sind Schuhmacher, Sattler, Schildmacher, Riemer, 
m Corbie auch ein Pergamenter. Dagegen finden wir unter den 
Naturallieferungen Eichenrinde, so im Güterbuch des Klosters Prüm"), 
0 Gförer 1866, Bd. II, S. 141. 2 ) Gfrörer 1866, Bd. II, S. 163. 
*) Keller 1844; Gfrörer 1866, Bd. II, S. 168; Keutgen 1903, S. 25ff.; über 
weitere Stellennachweise siehe bei diesen. 
_ 4 ) Gfrörer 1866, Bd. II, S. 169 f.; s. auch S. 172—176; Keutgen 1903, 
®. 36. 6 ) Keutgen 1903, S. 28. 6 ) Keutgen 1903, S. 36. 
’) Ebenda. ») Gfrörer 1866, Bd. II, S. 164. 
9 ) Gfrörer 1866, Bd. II, S. 306 f. 
®6ert, Entwicklung der Weißgerberei. 
15
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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