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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

261 
Reichsgesetzen verfahren, in den Mittelpunkt eines ganz anders gearteten 
Interesses, und wir erblicken hier mit Staunen wiederum einen ganz 
unerwarteten Zusammenhang zwischen äußerer Politik und der stillen 
inneren Wirtschaftsgeschichte. 
Erst als der absolute Staat sich anschickte, einen wirklich anders 
gearteten wirtschaftlichen Boden zu schaffen, um damit den alt über 
kommenen Traditionen das Leben abzuschneiden, konnte er wirksam auch 
gegen diese interurbanen Gemeinschaften vorgehen. Das Königsberger 
General-Privilegium und Jnnungsartikul von 1737 für das „Combinierte 
Gewerck der Weißgerber im Königreich Preußen" Z besagt, daß „erstlich 
und anfänglich ... der bisherige Unterschied der sogenanten Reinischen 
und Rößler-Weißgerber und die daraus entstandene Mißbräuche und 
Irrungen zwischen beyden Gewercken gänzlich aufgehoben, dieselbe in 
einer Zunfft gebracht und wie bereits in einigen anderen Landen üblich 
mit einander vereinigt werden sollen", und weiterhin wird geboten „Alles 
Correspondirens niit andern ein- oder ausländischen Gewercken soll sich 
das Gewerck bei schwerer Straffe enthalten"); besonders verständlich 
ist auch das letzte Verbot des Correspondierens, da wir ja gesehen 
haben, welch wichtige Rolle dieser Briefwechsel im interurbanen Gedanken 
austausch besessen hat. 
Von geringer Bedeutung im Vergleich mit den eben besprochenen 
Verbänden, aber doch ein Punkt, welcher nicht ganz unterdrückt werden 
darf, ist die Entstehung selbständiger kleinerer Zünfte „aufdemLande". 
Es mag kein Zufall sein, daß die Beispiele, welche ich gefunden habe, 
alle nur aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen; das Bannrecht, 
welches die mittelalterliche Stadt in der Zeit ihrer Blüte umgab, mag 
das Niederlassen von Handwerkern auf dem flachen Lande sehr erschwert 
haben. Die Gewerbe, welche in der sächsischen Zeit noch stark länd 
liches Gepräge getragen hatten 8 ), zogen sich immer mehr innerhalb der 
städtischen Mauern zusammen, doch kommen auch in den Dörfern des 
15. und 16. Jahrhunderts noch einzelne Gewerbe vorZ; auch die 
10 Nachrichten Dunkers von Dorfgerbern stammen alle, mit einer einzigen 
noch dazu etwas zweifelhaften Ausnahme, aus dem 17. Jahrhunderts. 
Schon am Anfange des 18. Jahrhunderts sind zünftige und unzünftige 
Weißgerber in den Dörfern nicht mehr selten"), wie überhaupt dieses 
Jahrhundert eine starke Lockerung in die festen Formen der überkommenen 
Gewerbeverfassung bringt. So kommt es, daß sich auch in Märkten 
und kleinen Städten im 17. Jahrhundert wieder ein regeres Hand- 
st Königsberg 1737, 1. st Königsberg 1737, XIX. 
st Hellwig 1382, S. 17; vgt. auch Lamprecht 1886, Bd. I, S. 16, 581 f. 
st Bücher 1886, S. 700—701; Bunker 1903. 
st Bunker 1808, S. 115. st Vgl. Würzburg 1717; 1726-1729.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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