Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

92 
zum Teil auf Umwegen den inländischen Kaufleuten, Industriellen und Agrariern 
zu, die mit ihrer Hilfe z. B. Rohstoffe und Maschinen importieren können. Mit 
Hilfe einer Ausländsanleihe beschaffte sich seinerzeit Österreich-Ungarn Gold, 
um die Goldwährung einführen zu können. 
Im letzten Jahrzehnt dienen Ausländsanleihen immer häufiger dazu, um 
Waren im Auslande zu beschaffen. Dies gilt insbesondere von Anleihen, 
welche die militärischen Rüstungen kleinerer Staaten zu fördern bestimmt sind. 
Serbien z. B. erhielt von Frankreich Geld unter der Bedingung, daß Schneider- 
Creuzot Bestellungen zugewiesen bekomme. Der Gläubigerstaat kreditiert so 
eigentlich Waren lund erhält Geld zurück. Die Anleihe dient so indirekt dem 
Gläubigerstaat dazu, die eigene Industrie zu heben, die des Schuldnerstaates 
kann darunter leiden. Diese Beobachtung hat man bereits im Zeitalter der 
Napoleonischen Kriege gemacht, als England die Subsidien an die Kontinental 
staaten in Waren zahlte. Durch die Mengen von Kanonen, Gewehren, Patronen, 
Pulver usw., die so auf den Kontinent geschickt wurden, litt die kontinentale 
Kriegsmittelfabrikation. Wenn man die Anleihen in demselben Lande ausgibt, 
in dem man sie aufgenommen hat, ändert sich durch die Anleiheaufnahme der 
Zinsfuß nicht wesentlich. Die Gelder, welche ein Teil der Bürger dem fremden 
Staat zur Verfügung stellt, werden von diesem Staat anderen Bürgern wieder 
ausbezahlt. Damit aber in dem Zeitraum zwischen der Anleiheaufnahme und 
der Ausgabe der eingenommenen Gelder keine Zinsfußerhöhung eintritt, kann 
der Schuldnerstaat — was z. B. Rußland in Frankreich getan hat — die Gelder 
in einer Bank anlegen, welche dieselben sofort kurzfristig zu verleihen vermag. 
Wir sehen aus dem Bisherigen, daß die Ausländsanleihen entweder das 
Gold oder die Devisen der Notenbank des Schuldnerstaates zuführen, oder den 
Industriellen, Agrariern usw. des Schuldnerstaates, um ihnen die Beschaffung 
auswärtiger Waren zu ermöglichen, oder schließlich Ausländern. Dabei kann 
auch der Fall Vorkommen, daß Gelder, welche in Frankreich bezogen wurden, 
in England zu Zahlungen dienen. Dies würde dem Zinsfuß in Paris eine stei 
gende, in London eine sinkende Tendenz geben. Das insbesondere von Rußland 
während des russisch-japanischen Krieges befolgte Prinzip, Ausländsanleihen 
zu Auslandszahlungen zu verwenden, war bereits dem 18. Jahrhundert bekannt. 
Struensee, ein Minister Friedrichs des Großen, schreibt z. B. : „Zuletzt bleibt 
kein ander Hilfsmittel, als eine auswärtige Anleihe nach richtigen Grundsätzen 
zu unternehmen. Es wäre also immer unschädlicher und mit geringerem Ver 
luste verbunden gewesen, wenn man sogleich das Geld zu den erforderlichen 
Ausgaben in der Fremde aufgenommen hätte. Alsdann wäre wenigstens der 
Verlust aus dem nachteiligen Wechselpreise ganz weggefallen. Jeder sieht 
sogleich ein, daß man in der Fremde nur mit dem Gelde der Welt, nicht mit 
Landesmünze bezahlen kann. In der Welt gibt es aber gar kein ander Geld 
als Gold und Silber, wogegen die Landesmünze ohne allen Nachteil Papier 
sein kann.“ 
Wenn ein Staat in einem anderen eine Anleihe aufnimmt, so sind die 
Gläubiger Bankiers oder sonstige Privatleute ; dennoch muß mit der Regierung 
dieser Geldgeber verhandelt werden, weil Anleihen als ein Politikum 
angesehen werden. Die Regierung kann dabei eingreifen, indem sie auf die 
Bankiers einwirkt, sie kann aber auch der Anleihe die Notierung an der Börse 
verweigern, was den Absatz überaus verringert. Wie solche Verhandlungen 
durchgeführt werden, konnten wir in der letzten Zeit mehrfach beobachten. 
Ich erinnere nur daran, wie der ungarischen Anleihe der Pariser Markt ver 
schlossen wurde, weil man in Frankreich die Rüstungen des Dreibundes nicht 
unterstützen wollte. Bekannt sind auch die Verhandlungen, welche China 
wegen der Fünfmächteanleihe führen mußte, bei denen die Politik keine geringe 
Rolle spielte. Die Geldmärkte sind nicht frei miteinander kom 
munizierende Gefäße, wie man sich das zuweilen denkt. Es kann 
ganz gut in einem Lande der Zinsfuß hoch, im anderen niedrig sein, und den^ 
noch strömt das Geld nicht in entsprechender Menge vom Markte mit niedrigem 
Zinsfuß zum Markte mit hohem Zinsfuß hin, wenn die politische Spannung 
zwischen den beiden Ländern groß ist. Der Zinsfuß kann z. B. hoch sein, 
weil der Gläubigerstaat dem kreditsuchenden Staat nicht entgegenkommen, um-
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Proceedings of the South & East African Combined Agricultural, Cotton, Entomological and Mycological Conference Held at Nairobi, August, 1926. East African Standard, 1926.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.