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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

187 
stand internationaler Abmachungen bilden. In den Handelsverträgen dürften 
solche Kompensationsabmachungen einen erheblichen Raum einnehmen und die 
Bedeutung der Zollsätze verringern ; es ist auch anzunehmen, daß sie bereits 
in den Friedensabmachungen auftreten werden, insbesondere dort, wo sich 
Staaten gewisse Rohstoffe dauernd sichern wollen. Stellt man sich aber die 
Folgen einer solchen Kompensationspolitik vor, so sieht man, daß die Ab 
gabe einer Devise einem Importeur wenig nützt, wenn er nicht gleich 
zeitig das Ergebnis der Kompensationsverhandlungen in Form der Aus- 
fuhrerlaubnisausdemfremdenStaat,der Einfuhrerlaubnis 
nach dem eigenen Staat, die aut gewisse Mengen lautet, zugewiesen 
erhält. 
Daß das Gold künftig entthront werden könne, wird von manchen ernst 
lich erwogen ; daß es sich aber vielleicht sogar um eine Beschränkung des 
Geldes als einer Anweisung auf Waren aller Art handeln könne, wird nicht 
im selben Ausmaß in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Und doch ist 
dies wohl das Bedeutsamere. Wir stehen möglicherweise nicht nur vor dem 
Beginn großer Veränderungen, sondern bereits mitten in ihnen darin, es handelt 
sich vielleicht nur noch darum, dies klar zu erkennen und dementsprechend 
zu handeln. Die Geldrechnung würde ja durch diese Veränderungen zu 
nächst nicht beeinträchtigt werden ; es würden nur Überweisungen von Geld 
einheiten ohne gleichzeitige Überweisung der dazu gehörigen Waren 
mengen seltener werden. Vielleicht führt das innerhalb gewisser Grenzen sogar 
dazu, daß die Geldüberweisung gar nicht gesondert erfolgt, sondern daß un 
mittelbar eine Überweisung von Naturalien oder Anweisungen auf solche statt 
findet, die aber in Geld verrechnet werden. Die Geldmenge im alten Sinne 
würde dadurch eingeschränkt werden, eine Wirkung, welche insbesondere für 
den Währungspolitiker von Bedeutung werden mag, wenn man nämlich daran 
geht, die überkommene Geldordnung möglichst schonend der neuen Richtung 
ain zupassen. 
Soweit der Übergang zu diesem Zustand im Rahmen der Übergangswirt 
schaft stattfindet, kann dies mit einer Verringerung der zirkulieren 
den Geldmenge Hand in Hand gehen, worauf viele Währungspoliliker 
Gewicht legen dürften. Diese Verringerung ist um so eher möglich, je syste 
matischer eine eventuelle Verbindung zwischen Kreditgewährung, De 
visenabgabe usw. einerseits und der Naturalienbewegung anderseits durchge 
führt wird. Wie man Geldzeichen ersparen kann, zeigt der naturwirtschaftliche 
Teil der Heereswirtschaft, welche als eine Art Großnaturalwirtschaft aufzufassen 
ist. Der Soldat, welcher von der Armee verpflegt wird, seine Montur faßt, 
erhält nicht, wie in der alten Zeit, eine Geldsumme ausbezahlt, um sich dafür 
bei der Armee all das zu kaufen, sondern es wird ihm der Bedarf unmittelbar 
zugewiesen und zum Teil nicht einmal geldmäßig verrechnet. Die Montur 
magazine führen die Montur nach Mengen, welche der Abnützung entsprechend 
in den Büchern in natura abgeschrieben werden. Würde die Armee ihre Um 
sätze ebenfalls in Geld ausführen, so wäre der Geldbedarf ein noch größerer, 
ganz gleich, ob es sich dabei um Noten oder Girogeld handeln sollte. Umge 
kehrt können wir nun Zusehen, ob wir den geldlosen, nicht nur den bar 
geldlosen Verkehr — zunächst unter Beibehaltung der Geldrechnung — 
auch an anderer Stelle einführen könnten. 
Das Gesagte genügt wohl, um die erforderliche Fragestellung ausreichend 
zu beleuchten. Es sei aber noch darauf hingewiesen, daß in diesem Rahmen die 
Einführung der Naturalsteuern (vgl. Herlt) eine sehr ernsthaft zu er 
wägende Angelegenheit wird, zumal dies ein Weg wäre, (die Geldzirkulation auf 
dem flachen Lande wesentlich einzuschränken. Dadurch würde eine Reihe von 
Fragen aufgerollt, welche insbesondere mit der Abhängigkeit handelsunge 
wohnter Bauern von Geldgebern in Verbindung stehen. Im internationalen Ver 
kehr würde vielleicht einmal die Entstehung eines internationalen Wa 
renclearings in Frage kommen. Von anderen naturalwirtschaftlichen Ein 
richtungen sei etwa noch die Möglichkeit erwähnt, Naturalanlei he n auf 
zunehmen, deren Rückzahlung in Naturalien erfolgen könnte, die möglicher 
weise anderer Art als die entliehenen sein könnten. Auch hier würden gewisse
	        

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Holländische Wirtschaftsgeschichte. Fischer, 1927.
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