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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

53 
Ins Land zu strömen. In den darauffolgenden Jahren wurden viele Millionen 
Kronen von Neuseeland nach Dalmatien geschickt, alte Schulden bezahlt, neue 
Häuser gebaut und Land gekauft. Es wurde zur Übung, auf 2—4 Jahre hinüber 
zugehen. Diese Art Auswanderung nahm aber ein Ende. An ihre Stelle trat 
eine Auswanderung, die einen ganz anderen Charakter hatte. Der Stein der 
Emigration war eben einmal im Rollen, es wendeten sich die Auswanderer nach 
Nordamerika, Südafrika, Australien und Südamerika. Die genannten Länder, 
vor allem Nordamerika, absorbieren und assimilieren fremde Einwanderer, be 
sonders wenn sie jung sind, viel leichter, so daß in der Auswanderung vont 
Kindern und jungen Personen eine große Gefahr für Dalmatien liegt. Von 
100 jugendlichen Auswanderern sind 80 dem Vaterlande verloren. Sie lernen 
die Sprache leicht, finden lohnende Arbeit, befreien sich von der Militärpflicht, 
kommen nicht mehr zurück, senden aber auch ihre Ersparnisse nicht mehr nach 
Hause und helfen auch ihren armen Verwandten in Dalmatien nicht mehr. 
Gerade in der letzten Zeit sind Knaben und junge Männer aus Furcht vor dem 
Balkankrieg in ungewöhnlicher Zahl ausgewandert, die spät oder nie wieder 
kommen werden. Die Bewohner der Seeküste wandern viel leichter aus, als 
die Bewohner aus dem Innern des Landes, und es war ein großer Fehler der 
Regierung, daß sie die Küstenschiffahrt, die sie mit einer Subvention von ein, 
paar hunderttausend Kronen hätte erhalten können, verfallen ließ. Baernreither 
hebt dann auch besonders hervor: Es ist an eine wesentliche Einschränkung 
der Auswanderung nicht zu denken und es nützen auch repressive Maßregeln 
nichts, wenn nicht zugleich die materielle Wohlfahrt des Landes gehoben wird. 
Die 645.000 Einwohner Dalmatiens müssen in dem Landbau, im Gewerbe und 
im Handel, in der Schiffahrt und in der Fischerei ihr Auskommen finden. Das 
zu erreichen, muß die große Richtlinie aller Maßregeln sein. Wir sehen auch 
in diesem Falle, wie die sozialpolitischen Gesichtspunkte bedeutsam werden 
können. Das Interesse am Aufschwung Dalmatiens ist den Dalmatinern und 
der Heeresverwaltung gemeinsam. 
Man hat sich im dein letzten Jahren mehrfach bemüht, festzustellen, welche 
Berufsgruppen der Armee die besten Soldaten liefern. 
Diese Untersuchungen, welche zeigen würden, welche Berufe im Interesse 
der Armee am meisten zu fördern wären, sind aber bis heute noch nicht so 
einwandfrei durchgeführt worden, daß man die Ergebnisse ohne weiteres ver 
werten könnte. Da mían aber jetzt diese Probleme von vielen Seiten her in 
Angriff nimmt, dürfte ihre Lösung nicht mehr allzulange auf sich warten lassen. 
Alle diese Fragestellungen sind heute sehr modern, da man sich über das 
Wesen und den Aufbau des gesellschaftlichen Körpers möglichst zuversichtlich 
zu unterrichten trachtet. 
Von großer Bedeutung für den Kriegsfall ist die Geburtenreserve 
eines Volkes. Normalerweise wird die Gebärfähigkeit der Frauen nicht 
voll ausgenützt, so daß die Möglichkeit besteht, nach großen Kriegen einen 
Bevölkerungsverlust durch Vermehrung der Geburten auszugleichen. Im allge 
meinen kann man die Tatsache konstatieren, daß Völker mit niedriger Kultur 
eine hohe Geburtlichkeit und eine hohe Sterblichkeit aufweisen, während man 
mit steigender Kultur eine Abnahme beider Größen konstatieren kann. Je 
höher also ein Volk kultiviert ist, desto weniger nützt es die absolute Gebär 
fähigkeit der Frauen aus. . 
Die Geburtenreserve kann nach Kriegen in sehr verschiedener Weise 
herangezogen werden. Als nach dem 30 jährigen Kriege die Entvölkerung in 
manchen Gegenden allzu groß war, soll die Vielweiberei gelegentlich gestattet 
worden sein. Zum Teil wird nach großen Kriegen eine Zunahme der Geburten 
auch dadurch hervorgerufen, daß infolge der Verluste viele Stellungen frei 
werden, also die Chance, für sich selbst und die Kinder den Lebensunterhalt 
erwerben zu können, wächst. Zwar ist bei zunehmendem Reichtum im allge 
meinen die Neigung, Kinder zu bekommen, geringer, aber das gilt im allge 
meinen nicht, wenn Leute plötzlich wohlhabender werden, die noch die Ge 
burtentradition der früheren Schichte aufweisen. Gelegentlich dürfte die Ge 
burtenzunahme nach Kriegen auch dadurch gefördert werden, daß viele ver 
lobte Paare die Verehelichung beschleunigen, wenn der Krieg droht. Ich möchte
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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