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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

79 
auf die ich noch zurückkommen werde. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß 
manche der Auslandsguthaben auch Silberguthaben sein können, so z. B. wenn 
die Bank ein Guthaben in Mexiko besitzt, welches die Silberwährung hat. 
Die Weltzahlungsmittel, vor allem Gold, aber auch Golddevisen und Gold 
schecks, die im Kriegsfall benötigt werden, stammen in erster Reihe aus: 
a) Kriegsschätzen, 
b) Anleihen, 
c) Steuern. 
Die Schaffung von Inlandszahlungsmitteln, welche wir im vorhergehenden 
Hauptabschnitt besprochen haben, findet natürlich hier keine Analogie, 
2. Kriegsschatz. 
Bei den für den Kriegsfall bereitstehenden Weltzahlungsmitteln ist es, wie 
schon erwähnt, von untergeordneter Wichtigkeit, ob sie, wie in Deutschland, 
zu einem gewissen Teil unter der ausdrücklichen Bezeichnung „Kriegsschatz“ 
im Juliusturm angesammelt sind oder sich, wie bei uns, vorwiegend in den 
Kassen der österreichisch-ungarischen Bank befinden. Auch die russische Noten 
bank weist erhebliche Goldbestände auf, die im Kriegsfall große Dienste leisten, 
auch dann, wenn sie nicht von der Regierung unmittelbar angetastet werden, 
sondern vorwiegend dazu dienen, die internationalen Zahlungsbeziehungen auf 
rechtzuerhalten. Ein großer Goldschatz stärkt an und für sich 'das Prestige, wes 
halb er heute von den Banken sehr soigfältig gehütet wird. 
Die Bedeutung des Goldschatzes ergibt sich aus den Beziehungen desselben 
zur gesamten Währung, Als Österreich-Ungarn 1892 zur Goldwährung überging, 
geschah dies nicht deswegen, weil an sich die Zirkulation goldener Münzen im 
Inlande besser wäre, als die Zirkulation von Papiergeld. Biis zum Jahre 1892 
hatte Österreich-Ungarn eine Zeichengeldwährung, da sowohl die Noten, als 
auch der Silbergulden, dessen freie Ausprägung, wie wir oben gesehen haben, 
eingestellt worden war, Zeichengeld waren. Die Währungsreform von 1892 
war nicht etwa dadurch besonders bedeutsam, daß nun „Gold“ als Zahlungs 
mittel, sondern, daß dasselbe Währungsmetall eingeführt wurde, 
welches die anderen großen Staaten benützen. Daß man aber 
in der ganzen Welt daran ging, von der Silberwährung zur Goldwährung über 
zugehen, hing mit den großen Silberausbeuten zusammen und den dadurch her 
vorgerufenen Veränderungen aller Preise. Wenn heute massenhaftes Gold ge 
funden würde, könnte dies ebenfalls eine plötzliche Preisveränderung erzeugen 
und den Übergang zu einem anderen Währungsmetall veranlassen. 
Wie wirkt nun die Gleichheit des Währungsmetalles auf den internationalen 
Handel? Wenn man von einem Staat sagt, er habe Goldwährung, so meint 
man damit in erster Linie, daß er Gold ankauft. Wenn jemand in Österreich- 
Ungarn ein Kilogramm Gold besitzt, kann er jederzeit bei der österreichen odei 
ungarischen Münze 3274 K in Goldmünzen österreichischer oder ungarischer 
Prägung erhalten, oder bei der österreichisch-ungarischen Bank 3278 K in Noten. 
Diese Differenz von 4 K stellt eine Art Prämie dar, welche dazu dient, die Ver 
käufer von Gold zu veranlassen, lieber Noten statt Goldmünzen zu übernehmen. 
Sie dient der Gold Sammlungspolitik der Notenbank. Wenn 
man aber für ein Kilogramm Gold immer auf Grund gesetzlicher Bestimmungen 
einen bestimmten Preis ausbezahlt erhält, so bedeutet das, daß in Wien oder 
in Budapest auf dem Goldmarkt der Preis des Kilogrammes Gold nicht unter 
3278 K sinken kann. Denn wer würde einem anderen das Kilogramm Gold billiger 
abgeben, wenn er von der Notenbank 3278 K erhält? Der Staat kann so den 
Goldpreis konstant erhalten, wie er etwa den Eisenpreis, den Rohölpreis oder den 
Preis irgendeiner anderen Ware konstant erhalten könnte. 
Derartige Maßnahmen, um irgendwelche Preise konstant zu erhalten, sind 
zu allen Zeiten vorgekommen, es fragt sich immer nur, in wessen Interesse. Alle 
derartigen Vorkehrungen sind zuweilen von erheblicher kriegs- und militärwirt 
schaftlicher Bedeutung. Die Chinesen haben in alten Zeiten z. B. den Reispreis 
konstant zu erhalten gesucht. Der Reis ist dort das Hauptnahrungsmittel und die 
Konstanterhaltung des Reispreises daher von großer gesellschaftlicher Wichtig 
keit. Durch die Preisregulierung konnte die Regierung einerseits den Reis-
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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