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und langsam arbeiten wollte, waren bereits unliebsam in Erscheinung
getreten.
Es kam eine Zeit, in der man den Akkord als das Heilmittel
dieser Gegensätze ansah. Bei oberflächlichem Hinsehen hat dieses
Lohnsystem einen idealen Inhalt: Der Arbeiter wird entsprechend
seiner Leistung bezahlt. Die Formel, auf die man damals den
Inhalt des Werklohnes brachte und mit der man bei den Arbeitern
warb, sah ungefähr so aus: Der Arbeiter hat das Interesse möglichst
viel zu verdienen, und wird deshalb schnell arbeiten, da er
entsprechend seiner Leistung entlohnt wird. Deshalb sei auch
der höhere Verdienst dem Unternehmer nur von Nutzen, denn er
tausche dafür schnelle Arbeit und alle die damit verbundenen Vorteile
ein.
Schneeloch 18 zitiert eine Stelle aus einem Buche vom Jahre
1854, iu dem folgende Empfehlung des Akkordlohnes enthalten
ist; der Akkordlohn soll:
„l. Den Fleiß der Arbeiter ohne mündliche Anregung heben.
2. Die ängstliche Kontrolle über die Tätigkeit der Arbeiter
entbehrlich machen und
3. Dem Arbeiter Mittel in die Hand geben, durch Fleiß
seinen gewöhnlichen Schichtlohn zu verbessern."
In dieser Empfehlung ist die Einfachheit des Lohnsystems
gar nicht erwähnt, und doch ist dies ein Vorzug, der ganz wesentlich
zur Verbreitung des Akkordlohnes beigetragen hat und auch heute
noch nicht seine geringste Stütze ist. Denn seine Anwendung erfordert
keine umständliche Rechenarbeit, kein Aufstellen von
Tabellen und Formeln, wie es bei einigen der Prämiensysteme
nötig ist, er ist auch für den unintelligentesten Arbeiter verständlich.
Für den Arbeitgeber vereinfacht und verbessert er im Vergleich mit
dem Zeitlohn die Kalkulations- und Selbstkostenrechnung, ein
Moment allerdings, das in der ersten Zeit erst nur eine kleine
Bedeutung hotte.
Die Einführung des Akkordlohnes brachte nun fast immer eine
Reihe von Vorteilen mit. Die Arbeitsleistung wurde gesteigert
Technik und Wirtschaft 1910, S. -19.