Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

Kommissionsnummern;  sie  kann  wirksam  durch  ein  gutes  System  von
Arbeitszetteln  vorbereitet  werden.  Es  sind  verschiedene  Systeme  im
Gebrauch,  mehr  oder  weniger  verläßlich,  mehr  oder  weniger  kompliziert. ­
  Für  die  innere  Einrichtung  der  Lohnverteilung  und  deren
Unterlagen  ist  selbstverständlich  die  Art  des  Betriebes  maßgebend.
a)  Die  Arbeitszettel  können  alle  Arbeiten  verzeichnen,  die  ein
Arbeiter  während  der  Arbeitszeit  verrichtet.  Der  Arbeiter  trägt  die
für  eine  bestimmte  Leistung  verbrauchte  Zeit  unter  Kontrolle  des
Werkmeisters  ein.  Die  Art  der  Arbeit  ist  anzugeben;  ungewöhnliche
Arbeitszeit  (Nacht-  oder  Überstunden)  wird  besonders  vermerkt.  Die
eigenhändige  Eintragung  der  Arbeitszeit  durch  den  Arbeiter  schließt
die  Gefahr  der  nachträglichen  Fälschung  in  sich.  Empfehlenswert
ist  es,  die  Zeit  automatisch  aufzustempeln  oder  die  Zettel  in  einen
Kasten  werfen  zu  lassen.
Die  Arbeitszettel  der  einzelnen  Werkstätten  unterscheiden  sich
durch  Färbe,  durch  Aufdruck  der  Abteilung  oder  ähnliches  voneinander. ­
  Sie  enthalten:  Angabe  der  Kommissionsnummer,  Abteilung,
Bezeichnung  der  Arbeit,  Anzahl  der  Arbeitsstunden,  Kolonnen  für
die  Abrechnung,  Lohnzettel,  Akkord,  Vorschuß  usw.  Die  ausgefüllten
Zettel  werden  dem  Werkmeister  am  Ende  der  Zahlwoche  übergeben,
der  die  Richtigkeit  der  Eintragungen  prüft  und  bestätigt.  Das  Lohnbureau ­
  vergleicht  die  Aufzeichnungen  des  Arbeiters  mit  der  Stundenkontrolle, ­
  überträgt  die  Ergebnisse  der  Zettel  in  ein  Lohnabrechnungsbuch, ­
  das  den  Namen  der  Arbeiter,  Lohnsatz,  Lohnsumme  für  jeden
einzelnen  Arbeiter  unter  Anrechnung  aller  Abzüge  für  Zwangsversicherung, ­
  Pensionskassen,  Vorschüsse,  Strafen,  verdorbenes  Material, ­
  Fehlarbeit  usw.  enthalten.  Die  Schlußsummen  des  Abrechnungsbuches ­
  geben  die  Gesamtsumme  einer  Lohnperiode  des  ganzen  Betriebes ­
  an;  die  ausgezahlten  Löhne  werden  für  jede  Betriebsabteilung
zusammengestellt.  Die  Zusammenstellung  der  verausgabten  Löhne
auf  die  einzelnen  Kommissionsnummern  erfolgt,  sofern  eine  derartige
Verteilung  notwendig  ist,  auf  besonderen  Bogen  und  in  Lohnauszugsbüchern. ­
  Für  jede  Kommissionsnummer  wird  ein  besonderer  Bogen
angelegt.
Das  eben  beschriebene  Verfahren  gibt  eine  Übersicht  über  die
Entlohnung  des  einzelnen  Arbeiters,  die  Lohnsummen  jeder  einzelnen
Betriebswerkstätte,  eventl.  die  Lohnaufwendungen  für  jeden  einzelnen
Auftrag.  Um  die  Lohnkosten  einer  jeden  Art  von  Arbeit  festzustellen
(z.  B.  Hobeln,  Fräsen,  Bohren,  Walzen,  Ziehen  etc.)  ist  ein  Auszug
aus  den  Lohnabrechnungen  in  dieser  Beziehung  anzufertigen 1 ).
')  In  Nr.  2  von  1904  der  Zeiischr.  des  Vereins  deutscher  Ingenieure  wird
ein  bei  Löwe  u.  Co.,  A.-G.  Berlin,  eingeführtes  Verfahren  angegeben,  das  die
Arbeit  des  Verteilens  nach  den  angegebenen  Gesichtspunkten  erleichtern  soll.
Auch  Grimshaw  gibt  eine  große  Zahl  von  Formularen  zu  gleichem  Zwecke.
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