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Die Q uantitätsko n trolle, d. i. die Kontrolle der Arbeits
leistung, ist in einzelnen Betrieben sehr einfach: Messen, wiegen
(Bergbau), zählen (Textilindustrie durch Zähluhren an den Web
stühlen). In Unternehmungen mit zerlegenden Arbeitsmethoden be
darf es komplizierter, mechanischer Kontrollmittel feinster Konstruk
tion, Registriervorrichtungen (Zählwerk in Verbindung mit Schreib
werk), welche die Arbeit auf den Arbeitsmaschinen (Leerlauf, Unter
brechung, Arbeitszeit) kontrollieren. Diese automatische Arbeits
tempokontrolle erleichtert die Aufstellung neuer Akkordtarife.
Leistungen und Zeitaufwand für das einzelne Arbeitsstück und den
einzelnen Arbeitsvorgang werden auch in den Formularen der Be
triebsbuchführung verzeichnet, die als Grundlage für die Kalku
lation und Lohnberechnung dienen.
Die Qualitätskontrolle wird durch besondere Organe
während der Arbeit oder nach Fertigstellung ausgeübt. Eine länger
dauernde Zirkulation des Rohstoffes bis zur Fertigstellung des Fabri
kates macht stets eine wirksame Zwisehenkontrolle notwendig.
Beginn und Ende des Arbeitstages werden gewöhnlich beim
Eintritt in die Fabrik und bei deren Vierlassen fixiert. Diese Zeit
angaben sind in vielen Fällen nicht ganz zutreffend. Durch örtliche
Entfernung der Arbeitsstätte vom Eingangstor der Fabrik wird der
Beginn der Arbeitszeit hinausgeschoben 1 ).
Die Berechnung der Löhne für den einzelnen Arbeiter
erfolgt nach Stunden (Zeit- oder Akkordlöhne) auf Arbeiter- bzw.
Akkordzetteln, Lohnabrechnungszetteln, die Verrechnung und Ver
teilung der Löhne auf einzelne Betriebsabteilungen und die einzelnen
Aufträge hingegen in den Lohnbüchern, Lohnabreehnungs-, Lohn-
zahlungs- und Lohnverteilungsbüchern 2 ).
Schwieriger ist die Verteilung der Löhne auf einzelne
*) Man hat die Zeit- und Geldverluste, die dadurch entstehen, sehr kraß
geschildert. Angenommen, es kommen 200 Arbeiter 3 Minuten später an die
Arbeitsstätte; das macht täglich 10 Arbeitsstunden Verlust, zu 60 Pfg. ergibt
einen täglichen Geldverlust von Mk. 6,—; bei jährlich 300 Arbeitstagen
Mk. 1800,—; bei 1000 Arbeitern Mk. 9000,— Verlust! Tatsächlich liegen die
Verhältnisse zumeist günstiger. Mehrfache Erhebungen in dieser Richtung haben
ergeben, daß die Arbeiter regelmäßig eine Zeit vor Beginn der offiziellen Arbeits
zeit im Arbeitsraum anwesend sind. Die Erhebung von Geldstrafen für Arbeiter,
die nach dem Glockenzeichen die Fabrik betreten, ist billiger als die Anschaf
fung von Kontrolluhren für die Eingänge zur Arbeitsstelle.
In manchen Fabriken betreten die Arbeiter den Arbeitsraum durch einen
Wasch- und Ankleideraum; von da begeben sie sich zur Arbeitsstelle, woselbst
die Zeitkarten abgestempelt werden. Beim Verlassen der Arbeitsstelle findet
das umgekehrte Verfahren statt.
2 ) Über die Lohnverrechnung in Maschinenfabriken vergleiche Schlesinger,
Selbstkosten, S. 35—49; Lewin, Werkstattbuchführung, S, 34—88; vgl.
auch S. 72.