Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

130 
Die Q uantitätsko n trolle, d. i. die Kontrolle der Arbeits 
leistung, ist in einzelnen Betrieben sehr einfach: Messen, wiegen 
(Bergbau), zählen (Textilindustrie durch Zähluhren an den Web 
stühlen). In Unternehmungen mit zerlegenden Arbeitsmethoden be 
darf es komplizierter, mechanischer Kontrollmittel feinster Konstruk 
tion, Registriervorrichtungen (Zählwerk in Verbindung mit Schreib 
werk), welche die Arbeit auf den Arbeitsmaschinen (Leerlauf, Unter 
brechung, Arbeitszeit) kontrollieren. Diese automatische Arbeits 
tempokontrolle erleichtert die Aufstellung neuer Akkordtarife. 
Leistungen und Zeitaufwand für das einzelne Arbeitsstück und den 
einzelnen Arbeitsvorgang werden auch in den Formularen der Be 
triebsbuchführung verzeichnet, die als Grundlage für die Kalku 
lation und Lohnberechnung dienen. 
Die Qualitätskontrolle wird durch besondere Organe 
während der Arbeit oder nach Fertigstellung ausgeübt. Eine länger 
dauernde Zirkulation des Rohstoffes bis zur Fertigstellung des Fabri 
kates macht stets eine wirksame Zwisehenkontrolle notwendig. 
Beginn und Ende des Arbeitstages werden gewöhnlich beim 
Eintritt in die Fabrik und bei deren Vierlassen fixiert. Diese Zeit 
angaben sind in vielen Fällen nicht ganz zutreffend. Durch örtliche 
Entfernung der Arbeitsstätte vom Eingangstor der Fabrik wird der 
Beginn der Arbeitszeit hinausgeschoben 1 ). 
Die Berechnung der Löhne für den einzelnen Arbeiter 
erfolgt nach Stunden (Zeit- oder Akkordlöhne) auf Arbeiter- bzw. 
Akkordzetteln, Lohnabrechnungszetteln, die Verrechnung und Ver 
teilung der Löhne auf einzelne Betriebsabteilungen und die einzelnen 
Aufträge hingegen in den Lohnbüchern, Lohnabreehnungs-, Lohn- 
zahlungs- und Lohnverteilungsbüchern 2 ). 
Schwieriger ist die Verteilung der Löhne auf einzelne 
*) Man hat die Zeit- und Geldverluste, die dadurch entstehen, sehr kraß 
geschildert. Angenommen, es kommen 200 Arbeiter 3 Minuten später an die 
Arbeitsstätte; das macht täglich 10 Arbeitsstunden Verlust, zu 60 Pfg. ergibt 
einen täglichen Geldverlust von Mk. 6,—; bei jährlich 300 Arbeitstagen 
Mk. 1800,—; bei 1000 Arbeitern Mk. 9000,— Verlust! Tatsächlich liegen die 
Verhältnisse zumeist günstiger. Mehrfache Erhebungen in dieser Richtung haben 
ergeben, daß die Arbeiter regelmäßig eine Zeit vor Beginn der offiziellen Arbeits 
zeit im Arbeitsraum anwesend sind. Die Erhebung von Geldstrafen für Arbeiter, 
die nach dem Glockenzeichen die Fabrik betreten, ist billiger als die Anschaf 
fung von Kontrolluhren für die Eingänge zur Arbeitsstelle. 
In manchen Fabriken betreten die Arbeiter den Arbeitsraum durch einen 
Wasch- und Ankleideraum; von da begeben sie sich zur Arbeitsstelle, woselbst 
die Zeitkarten abgestempelt werden. Beim Verlassen der Arbeitsstelle findet 
das umgekehrte Verfahren statt. 
2 ) Über die Lohnverrechnung in Maschinenfabriken vergleiche Schlesinger, 
Selbstkosten, S. 35—49; Lewin, Werkstattbuchführung, S, 34—88; vgl. 
auch S. 72.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.