Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Erzeugung und Spezialisierung der Betriebe ermöglichen eine genaue 
Kostenermittelung. 
b) Viel schwieriger ist eine Kalkulation, wenn in einer Unter 
nehmung mehrere oder viele ungleichartige Produkte hergestellt 
werden. In diesem Falle bilden die Selbstkosten eines Einzelproduktes 
nur einen Teil der Unternehmungskosten; von den Selbstkosten 
wiederum ist nur ein Teil unmittelbar für das einzelne Erzeugnis 
bestimmbar. Der andere Teil läßt sich nur als Nährungswert an 
rechnen. Und gerade dieser Teil ist es, der eine wirtschaftlich 
absolut richtige Kostenberechnung vielfach unmöglich macht. Die 
wichtigste und häufigste Fehlerquelle bilden die sog. allgemeinen 
oder gemeinsamen Kosten (§§ 41 ff.). 
Eine richtige Kostenberechnung für das Einzelfabrikat ist in 
Unternehmungen mit der oben charakterisierten Produktion dann 
möglich, wenn die Erzeugung der Fabrikate örtlich getrennt ist. 
Dann zerfällt der Betrieb in kalkulatorischer Hinsicht in mehrere 
Unterbetriebe, die durch die Einheit des Vermögens zusammen 
gehalten werden. Findet aber zur rationellen Gestaltung der Fabri 
kation eine örtliche und zeitliche Arbeitsvereinigung statt, und ist 
diese so eng, daß eine Wiederzerlegung rechnerisch nicht möglich 
ist, dann ist die Schwierigkeit der Kostenberechnung die, ein Maß 
zu finden, an dem der Anteil des Einzelproduktes an den gemeinsamen 
Ausgaben mit größtmöglicher Annäherung an die wirklichen Aus 
gaben für dieses Produkt zahlenmäßig gemessen werden kann. In 
der Praxis der Kalkulation finden sich als solche Maßstäbe: Material 
wert, Arbeitslohn, Produktionswert, Arbeitszeit u. a. Je vollständiger 
der Aufwand für das Einzelfabrikat unmittelbar darauf verrechnet 
werden kann, desto genauer wird die Selbstkostenberechnung und 
um so mehr nähert sich der berechnete Wert der absoluten Richtig 
keit 41 ff.). 
Eine richtige Lösung der angeführten Schwierigkeiten hat die 
Kenntnis folgender Faktoren zur Voraussetzung: 
1. Genaue Kenntnis des technischen Prozesses der Herstellung und 
2. des derzeitigen Wertes der in der Unternehmung wirkenden 
Produktionsmittel, des Anlage- und des Betriebskapitals, ihrer 
Bestandteile, ihrer Verteilung auf die einzelnen Unterbetriebe, Ab 
teilungen, Werkstätten, Arbeitsplätze, Gewinnungsorte usf. 
Jede Wirtschaftsführung und jede Wirtschaftsperiode beginnt 
mit der Feststellung des in der Unternehmung festliegenden oder 
umlaufenden Kapitals — Inventar und Bilanz — um die Beziehungen 
der einzelnen Kapitalteile zum Gesamtbetrieb und den Gesamtwirt 
schaf tserfolg bestimmen zu können. Die Verteilung des produ 
zierenden Kapitals im angegebenen Sinn rechnerisch zu fixieren 
ist notwendig wegen Bestimmung des Aufwandes und des Ertrages
	        
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