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hang zwischen Ursache und Wirkung dieser Ergebnisse darzulegen.
Neben der formalen Prüfung der Ergebnisse muß eine fortgesetzte
aufmerksame Kritik der Zahlenergebnisse durchgeführt werden.
Vielfach führt die Vergleichung der Zahlen aus früheren Betriebs
perioden oder aus analogen Verhältnissen auf Zweifel und Un
richtigkeiten, wenn allzugroße Abweichungen ohne ersichtliche
Gründe auftreten.
Die Zahlen der Kostenberechnung liefern dem Unternehmer
außerordentlich wertvolles statistisches Material für die Beurteilung
der Ökonomie seines Betriebes; sie müssen nur untereinander in
. Beziehung gebracht, die absoluten Zahlen müssen in Verhältnis
zahlen umgewandelt werden. Die richtige Deutung dieser Zahlen
setzt allerdings genaue Kenntnis des Betriebes und der Einzelheiten
des Fabrikationsprozesses voraus. Dem einen Unternehmer zeigt
die Kostenberechnung, daß der Betrieb oder die Fabrikationsmethode,
d. h. also der Produktionsprozeß besser oder billiger zu organisieren
ist und organisiert werden kann, um die Produktionskosten zu ver
ringern; sie zeigt ihm, welcher Fabrikationszweig gewinnbringend
ist, mehr oder weniger forciert oder erweitert werden kann, welcher
Artikel unrentabel oder verlustbringend ist, so daß seine Erzeugung
eingeschränkt werden muß. Dem anderen wird der Nachweis ge
liefert, daß nur durch Organisation des Verkaufes, durch Vergröße
rung des Umsatzes die Ertragsfähigkeit seines Betriebes erhöht
werden kann, daß die Reklamekosten und die Provision erhöht
werden müssen, um den Umsatz zu steigern u. a. m.
Das Kostenwesen ermöglicht auch die Beurteilung der Qualität
und der Intensität der Arbeit durch Vergleichung der Leistungen;
denn der Arbeitslohn an sich ist nur der Geldwert der Arbeit,
das Äquivalent für die Leistungen.
Trotz der Bedeutung und der Vorteile einer ordnungs
mäßigen, fortlaufenden Selbstkostenberechnung kalkulieren einzelne
Unternehmer überhaupt nicht. Die Scheu vor Neueinrichtungen
und deren Kosten, unzweckmäßige Organisation der Buchführung,
große Rentabilität des Unternehmens, geringe Konkurrenz und
manches andere halten den Unternehmer von der Einführung einer
genauen Kostenrechnung ab. Solche Produzenten verschaffen sich
die Preislisten der Konkurrenten und bestimmen danach die Ver
kaufspreise in der stillen Hoffnung zu gewinnen. Sie überwälzen
die Mühe der genauen Kostenermittelung auf die Konkurrenz. Am
Ende des Jahres werden Gewinn und Umsatz ermittelt. Ein derartiges
Verfahren wäre nur bedingungsweise richtig: wenn alle Betriebe
derselben Gattung unter den gleichen wirtschaftlichen und tech
nischen Verhältnissen produzieren würden. Und selbst in diesem
Falle ist die Ungewißheit über die wirklichen Selbstkosten der