Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Betriebseinrichtungen,  der  vorhandenen  Arbeitsmethoden  ist  mitunter ­
  wertlos.  Was  nützt  die  schönste  konstruktive  Durchführung
einer  Idee,  wenn  sie  Detailarbeiten  und  Arbeitsmethoden  erfordert,
die  mit  den  bestehenden  Einrichtungen  nicht  durchführbar  sind,
oder  welche  die  Einführung  neuer  Arbeitsmethoden  bedingt,  deren
Anschaffungskosten  den  Produktionspreis  so  verteuern,  daß  das
Fabrikat  nicht  konkurrenzfähig  werden  kann.
Erlacher 1 )  meint  mit  Recht,  daß  nichts  so  sehr  geeignet
ist,  das  konstruktive  Gefühl  des  Zeichners  weiterzubilden  wie  die
Kostenberechnung.  Denn  sie  zwingt  zur  Überlegung,  wie  die  einzelnen
Teile  bearbeitet,  wie  die  Kosten  herabgedrückt  werden  können.  Der
Konstrukteur,  der  sich  nicht  um  den  Preis  zu  bekümmern  hat,
wird  kompliziert  und  teuer  arbeiten.  Die  mit  der  Konstruktion,
verbundene  Kostenberechnung  lehrt  einfach  und  billig  arbeiten.
Notwendig  ist  nur,  daß  der  Konstrukteur  auch  imstande  ist,  die
Kalkulation  durchzuführen.  Längere  Übung  wird  auch  ihn  befähigen,
die  Kosten  in  verhältnismäßig  kurzer  Zeit  zu  berechnen.  Dieser
Zeitaufwand  wird  reichlich  aufgehoben  werden  durch  die  Vorteile,
die  ein  mit  der  Kalkulation  vertraüter  Konstrukteur  in  bezug  auf
seine  Konstruktion  hat.  Während  die  interne  Vorkalkulation  die
einzelnen  Kostenbestandteile  (Material,  Löhne,  Unkosten,  Gewinn)
trennt,  können  in  einer  Offertkalkulation  nur  Einheitspreise
berechnet  werden,  die  sich  aus  der  internen  Gesamtkostenberechnung
ermitteln  lassen.
Beispiel:
Material  (Einzelheiten  bleiben  hier  weg):  20  m  zu  1,08  .  .  21,60

Löhne  80,57
Unkosten  40°/o  der  Löhne  32,23
Selbstkosten  134,40
+  25%  Nutzen  33,60
168,—

Im  Voranschlag  für  den  Besteller:  20  m  Rohr  zu  8,40  =
Mk.  168,—.
Jede  Vorkalkulation  soll  durch  die  Ergebnisse  des  tatsächlichen
Aufwandes,  wie  er  durch  die  Werkstätte  ermittelt  wird,  nachträglich
kontrolliert  -werden.  Nur  durch  Vergleichung  der  veranschlagten
mit  den  tatsächlichen  Kosten  wird  der  Vorteil,  den  die  Kostenberechnung ­
  einer  Konstruktion  durch  deren  Schöpfer  hat,  voll  zur
Geltung  kommen;  sie  zeigt,  ob  der  Konstrukteur  gefehlt  hat  etwa
durch  zu  komplizierte  und  zu  teure  Konstruktionen  mit  verhältnismäßig ­
  großen  Schwierigkeiten.  Andererseits  wirkt  diese  Kontrolle
’)  Briefe  eines  Betriebsleiters  über  Organisation  technischer  Betriebe,
Hannover  1903,  S.  22  ff.
            
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