Full text: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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schlecht. Nach Hirs ckst) bezahlen die Frankfurter FilialgeschäfteZ 
Unverheirateten durchschnittlich 1800 M. jährlich, den Verheirateten 
2000 M. Bei einem Vergleich mit den Gehältern der Konsumge 
nossenschaften ist in Betracht Au ziehen, daß die Filialleiter der Privaten 
Filialbetriebe der Kolonialwarenbranche zum großen Teil eine aus 
gedehnte kaufmännische Ausbildung genossen haben, daß sie bei ihrem 
Engagement als Filialleiter eine weit höhere Lebenshaltung aufweisen, 
als die vom einfachen Arbeiter zum Filialleiter emporgestiegenen 
Lagerhalter der Konsumgenossenschaften. Der jeweilige Standard of 
life sowie überhaupt die Bedürfnisgröße einer Berufsschicht sprechen 
aber für die Lohnhöhe sehr stark mit. Es tritt oft weniger die Lei- 
stung dabei.in Erscheinung als das Bedürfnis. Das sehen wir 
besonders deutlich bei der Verschiedenheit von Männer- und Frauen 
löhnen bei gleicher Leistung. — Bei einem Vergleich wäre ferner 
die verhältnismäßig kürzere Arbeitszeit in den Konsumgenossenschaf 
ten, das Bestehen einer angemessenen Mankovergütung, 9 ) die im Ver 
hältnis zu manchen Filialbetrieben niedrigeren Kautionen,") das 
Nichtbestehen von Konkurrenzklauseln, die in vielen Konsumvereinen 
bestehenden Unterstützungseinrichtungen, der von den Konsumvereinen 
für die Angestellten geleistete Beitrag zur Unterstützungskasse des 
Zentralverbandes (auch in etlichen privaten Filialbetrieben bestehen 
Unterstützungseinrichtungen) u. a. m. zu berücksichtigen. Zieht.man 
alle diese Momente, besonders auch das oben näher ausgeführte, 
in Betracht, so kann man nicht umhin, die Lohnvcrhältnisse der kon 
sumgenossenschaftlichen Filialleiter als gut anzuerkennen. Zurück 
zuführen sind diese Verhältnisse auf die eigenartige Stellung der 
Konsumgenossenschaften als Arbeitgeber und auf das tatkräftige Vor 
gehen der Organisation der Lagerhalter als Arbeitnehmer, sofern man 
eine Trennung der Funktionen beider vornehmen will.") 
In einzelnen Vereinen wird den Filialleitern neben dem Gehalt 
noch eine U m s a tz v er g ütnn g gewährt. So gewährt die „Pro 
duktion" in Hamburg ihren Lagerhaltern auf je 1000 M. des über 
60 000 M. hinausgehenden Jahresumsatzes 1 Mark Umsatzvergütung. 
0 Die Filialbetriebe im Detailhandel S. 80.. 
8 ) Frankfurt ist der Sitz mehrerer großer Filialbetriebe, die sich auf aus 
gedehnte Distrikte erstrecken. 
9 ) Siehe Seite 141 ff. 
10 ) Siehe Seite 143 f. 
u ) Auch Konsumvereine des Reichsverbandes haben Tarifverträge abge 
schlossen, und zwar mit christlichen Gewerkschaften. Bis heute handelt es sich 
dabei nur um Lokaltarife.
	        
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