und daher die den Bedarfsstellen zuzuführenden Vorräte auch in dieser
Hinsicht Beschränkungen unterworfen sind.
Neben der Zuführung der an die einzelnen Verbraucher unmittelbar
zu verteilenden Bedarfsmengen wird aber durch besondere Maßnahmen
für ausreichende Belieferung der kommunalen und industriellen Speise
anstalten Sorge getragen werden.
Die Einkellerung der Kartoffel» in den Einzelhaushaltungen soll
auch im neuen Wirtschaftsjahr überall dort, wo sie schon bisher üblich
war, soweit es nach den räumlichen Verhältnissen ohne Gefährdung der
Vorräte angängig ist, nach Möglichkeit gefördert werden.
I. V.: v. Braun.
Zugeständnisse in der Niederlausitz.
Auf die Eingabe der Verbünde an den Minister für Handel
unb Gewerbe fand am 21. August eine Aussprache der Verbands
vertreter mit Vertretern des Oberbergamts Halle statt. Diese
Aussprache hatte nur informatorischen Charakter und war sehr
kurz. Sie wurde noch beengt durch die Mitteilung, daß die
Herren eine Panne gehabt hätten und um 11 Uhr in Calau schon
lvieder abfahren müßten. Es wurde mitgeteilt, daß man den
Abend vorher dieselbe Aussprache mit den Vertretern der Werke
gehabt habe. Die Herren hätten anerkannt, daß die Lage der
Arbeiter dringend einer Aufbesserung bedürfe, sie konnten aber
nur dann Lohnerhöhungen eintreten lassen, wenn seitens des
Ministers der geforderten Kahlenpreiserhöhung zugestimmt
würde. Nach längerer Aussprache hätten sich die Herren auf
bestimmte Vorschläge geeinigt, und zwar auf folgender Grund
lage:
Wenn der Preis pro
Tonne erhöht
wird:
um 3,—
JL
2,50
Jl
2,—
oll
Erwachsene Arbeiter
1,20
JL
0,80
JL ~
0,60
Jl
Arbeiterinnen
0,80
JL
0,60
JL
0,40
Jl
Jugendliche
0,60
JL
0,40
Jl
0,30
JL
Im Gedinge solle eine Aufbesserung erfolgen, daß dieselbe
Höhe herauskommt. Für Ueberarbeit gebe man keine Prozente,
denn bei den heutigen Ernährungsverhältnissen würden Ueber -
stunden nicht mehr gemacht und könnten dieselben auch nicht ver
langt werden. Für Sonntagsarbeit wolle man 50 Prozent und
für Arbeit an den drei hohen Feiertagen (Weihnachten, Ostern,
Pfingsten) sollen 100 Prozent Zuschlag gezahlt werden.
Seitens der. Vertreter der Verbände wurde kein Zweifel
gelassen, daß diese Zugeständnisse die Arbeiter nicht befriedigen
können. Das, was gefordert worden ist, ist das Mindeste, was
gewährt werden müsse, auch ohne Kohlenpreiserhöhung. Es
wurde daraufhin noch mitgeteilt, daß die Herren Arbeitgeber bei
einer Kohlenpreiserhöhung unter 2 Mark die Tonne überhaupt
zu keiner Lohnerhöhung sich verstehen könnten, da die Selbst-