Full text : Die deutsche Hausindustrie

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II!.  Kap.:  Umfang  der  Hausinduftrie  in  Deutfchland

Drittes  Kapitel
Umfang  der  Hausindustrie  in  Deutschland
§  I.  Statiftik  der  Hausinduftrie  und  ihre  Mängel.
Zahlenmäßiger  Umfang
Mag  es  auch  bei  der  Schwierigkeit,  der  Hausinduftrie  bis  in  die  letzten
Schlupfwinkel  nachzugehen,  geradezu  unmöglich  fein,  ihren  Umfang  zahlenmäßig ­
  genau  zu  beftimmcn,  fo  bietet  doch  die  Statiftik  des  Deutfchen  Reiches
ein  ausgiebiges  Zahlenmaterial,  das  den  Umfang  der  Hausinduftrie  im  ganzen,
namentlich  aber  ihre  Verteilung  auf  die  einzelnen  Gewerbe  und  die  verfchiedenen
  Landesteile  einigermaßen  richtig  beurteilen  läßt.  Im  Jahre  1882  zum
erftenmal  durch  die  Statiftik  fyftematifch  erfaßt,  wurde  1895  und  1907  die
Hausinduftrie  in  vollkommenerer  Weife  zur  Darftellung  gebracht,  und  zwar
fowohl  durch  die  Berufs-  als  auch  durch  die  Betriebszählung.  Wir  halten  uns
hier  vornehmlich  an  die  gewerbliche  Betriebszählung  vom  12.  Juni  1907-  *)
Nach  der  letzterwähnten  Zählung  wird  als  Hausgewerbetreibender  angefehen
  jeder  felbftändige  Gewerbetreibende,  der  in
feinem  Betriebe,  indereignenWohnungoderineigner
oder  felbftbefchaffter  Werkftätte  für  einen  Unternehmer, ­
  Fabrikanten,  Verleger,  Kaufmann,  für  ein
Magazin  oder  Gefchäft  —  zu  Haufe  für  fremde  Rechnung ­
  —  arbeitet.  In  den  Erhebungspapieren  war  gefragt  worden,  ob
der  Betriebsinhaber  als  Hausgewerbetreibender  oder  als  Heimarbeiter  arbeite. ­
  Damit  wollte  man  jedoch  nicht  über  die  beiden  Gruppen  gefonderte
Zahlennachweife  erzielen,  vielmehr  war  die  doppelte  Bezeichnung  angewandt,
um  das  Hausgewerbe  möglich  ft  vollftändig  zu  erfaffen,  da  die  zu  Haufe  für
fremde  Rechnung  Arbeitenden  in  der  einen  Gegend  als  Hausgewerbetreibende,
in  einer  andern  als  Heimarbeiter  bezeichnet  werden.  In  der  Bearbeitung  der
*)  Vgl.  Statiftik  des  Deutfchen  Reiches,  Bd.  111,  119,  202,  213,  215,  217;  „Reichs,
arbeitsblatt“  1909  Nr.  2  und  8,  1910  Nr.  2;  H.  R  a  u  c  h  b  e  r  g,  Die  Hausinduftrie
des  Deutfchen  Reiches  nach  der  Berufs-  und  Gewerbezählung  vom  14-  Juni  1895,  Sehr,
d.  V.  f.  S.  87,  77  ff i  R.  Meerwart  h,  Die  Erfaffung  der  Hausinduftrie  durch  die
gewerbliche  Betriebsftatiftik,  in  Conrads  Jahrbüchern  42  (1911)  313  ff.
            
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