Full text : Die deutsche Hausindustrie

§  1.  Statiftik  der  Hausinduftrie

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Weiterhin  ift  zu  beachten,  was  der  Bearbeiter  des  fcatiftifchen  Materials
von  der  Veröffentlichung  bemerkt:
„Die  Ziffern  über  das  Hausgewerbe  find  wegen  folcher  Schwierigkeiten
und  Mifzverftändniffe  der  Fragen,  wie  auch  aus  den  Ergebniffen  der  bisherigen
Zählungen  hervorgeht,  nicht  in  dem  Mafze  als  genau  und  zutreffend  anzufehen,
  als  das  von  den  übrigen  Ergebniffen  der  Betriebsftatiftik  angenommen
werden  darf.“  (Statiftik  des  Deutfchen  Reiches,  Bd.  213,  247-)
Ein  Vergleich  der  letzten  Zählung  mit  den  früher  n,
der  an  fich  eine  fo  reizvolle  Aufgabe  für  die  nationalökonomifche  Beurteilung
der  Hausinduftrie  darftellt,  ftöfzt  leider  auch  auf  grofze  Schwierigkeiten,  da
die  Erhebungen  nicht  immer  nach  demfelben  Schema  erfolgten.  Eine  Reihe
von  Unterfchieden  bezieht  fich  namentlich  auf  die  Frageftellung. x )  So  wurden
beim  Perfonal  der  Hausgewerbetreibenden  1895  und  1907  im  Gegenfatz  zu
1882  auch  die  Familienangehörigen,  die  nur  gelegentlich  mitarbeiten  (1895)  oder
die  nur  helfend  tätig  find  (1907),  miterfafzt.  Ferner  mujzten  1882  die  Unternehmer ­
  die  Zahl  ihrer  Hausgewerbetreibenden  fo  angeben,  wie  fie  fich  in  der
Regel  oder  im  Jahresdurchfchnitt  belief,  1895  mufzte  fie  einmal  angegeben
werden,  wie  fie  fich  am  Stichtage  der  Zählung,  dann  wie  fie  fich  in  der  Regel
oder  im  Durchfchnitt  des  Jahres  oder  der  Betriebszeit  belief;  endlich  1907
war  fie  einmal  anzugeben,  wie  fie  fich  am  Stichtage  der  Zählung  belief,  zweitens
follte,  wenn  die  Zahl  der  befchäftigten  Perfonen  fchwankend  war,  die  Höchftzahl
  angegeben  werden.  —  Ein  wichtiger  Unterfchied  liegt  endlich  in  der
Frageftellung,  mit  der  man  an  den  drei  Zählungsterminen  die  Hausgewerbetreibenden ­
  überhaupt  zu  erfaffen  fuchte,  mit  andern  Worten  in  der  Begriffsumfehreibung.
  Die  diesbezügliche  Frage,  die  fich  an  die  Hausgewerbetreibenden
richtete,  lautete  1882:  Arbeiten  Sic  felbftändig  zu  Haufe  für  fremde  Rechnung,
d.  h.  in  ihrer  Wohnung  für  ein  fremdes  Gefchäft  (für  einen  Unternehmer
ufw.)  ?  1895:  Arbeiten  Sie  in  Ihrer  eignen  Wohnung  für  ein  fremdes  Gefchäft,
für  einen  Unternehmer  ufw.?  1907:  Arbeiten  Sie  in  Ihrer  eignen  Wohnung
oder  in  eigner  oder  felbftgemietcter  Werkftätte  für  einen  oder  mehrere  andere
(fremde)  Meifter,  Fabrikanten,  Kaufleutc  oder  fonftige  Unternehmer  als
Hausgewerbetreibender  oder  als  Heimarbeiter?
Solche  Unterfchiede  bringen  in  einen  Vergleich  der  Ergebniffe  eine  gewiffe
Unficherheit.  Jedoch  brauchen  wir  nicht  ganz  auf  eine  Vergleichung  zu  verzichten. ­
  Auf  kleinere  Zahlendifferenzen  zwifchen  der  letzten  Statiftik  und
den  frühem  können  wir  freilich  keine  feftftehenden  Refultatc  hinfichtlich  der
Verfchiebung  in  der  Hausinduftrie  aufbauen.  Je  gröfzer  aber  die  Zahlenunter-*)

  Vgl.  Meerwarth  a.  a.  0.  322.
Koch 2 ,  Die  deutfehe  Hausinduftrie
            
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