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>) a. a. O. S. 29 f., 33.
2 ) a. a O S. 16.
Ebenso befürwortet Bier m er die Heranziehung der Ver
sicherungsgesellschaften zur Wertpapieranlage 1 ) und meint, vom
staatswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte
müsse man von den Versicherungsgesellschaften verlangen, da&
sie nicht nur an sich allein, sondern auch an die Allgemein
heit dächten.
Endlich vertritt auch Wolf die Meinung, daß es sich
durchaus rechtfertigen lasse, wenn die Kapitalien der Ver
sicherungsgesellschaften zu einem größeren Teile als bisher
dem Staate zur Verfügung gestellt würden, 2 ) doch warnt er vor
einer zu starken Inanspruchnahme derselben, vor allem weil er
befürchtet, daß hierdurch die Konkurrenzfähigkeit der deutschen
Lebensversicherung im internationalen Wettbewerb leiden könnte.
Wie aus dieser Zusammenstellung hervorgeht, schwankt Ber
Prozentsatz, in dem nach dem Vorschläge der verschiedenen
Autoren die Versicherungsgesellschaften zum Erwerb von
Staatspapieren herangezogen werden sollten, zwischen 10 und
15o/o der Kapitalanlagen. Bis ein derartiger Besitzstand in
Staatsanleihen erreicht wäre, hätten die Versicherungsgesell
schaften 15 bis 20% des jährlichen Zuwachses für Fondskäufe
zu verwenden. Nun vermehrten sich die Kapitalanlagen in
der Zeit von Ende 1905 bis Ende 1910 von 3873 Millionen
Mark auf 5382 Millionen Mark, durchschnittlich jährlich dem
nach um 303 Millionen Mark. 15 bis 20% hiervon wären
rund 45 bis 60 Millionen Mark.
Nimmt man an, daß durch die bisher schon von der Reichs-
bezw. der preußischen Regierung getroffenen Maßnahmen stän
dige Abnehmer für 150 Millionen, bezw. nach der zu op
timistischen Schätzung des derzeitigen preußischen Finanz
ministers, für 200 Millionen Mark gewonnen sind, so würden
unter Einschluß der privaten Versicherungsgesellschaften jähr
lich für 195 bis 210 bezw. 245 bis 260 Millionen Mark Staats
anleihen untergebracht sein. Wenn man feststellen will, ob
diese regelmäßige Abnahme genügt, um eine Besserung der
Kurse oder wenigstens ihre Stabilisierung herbeizuführen, so