Full text: Die Fabriksparkasse

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2. Die Spareinrichtung des Alexanderwerks 
A. von der Nahmer in Kemscheid. 
Von Syndikus Richter, Remscheid. 
Bei der von mir vertretenen Firma, der A.-G. Alexander 
werk A. von der Vahmer in Remscheid, ist die Organi 
sation der Zwangssparkasse etwa die gleiche wie bei der 
Bergischen Stahlindustrie in Remscheid, deren Leiter, 
Herr Geheimrat Böker, auf dem Gebiete des Fabrikspar 
kassenwesens bahnbrechend gewesen ist. 
Auch bei uns wurde — und zwar im Jahre 1896 in 
folge von Anregungen des Herrn Regierungspräsidenten 
in Düsseldorf und des Remscheider Vereins für Gemein 
wohl — durch entsprechende Bestimmungen der Arbeits 
ordnung eine Spareinrichtung mit Sparzwang für un 
verheiratete Arbeiter und Arbeiterinnen bis zum voll 
endeten 25. Lebensjahre geschaffen. Die Sparbeträge, die 
bei den vierzehntägigen Löhnungen zur Einzahlung in die 
städtische Sparkasse zu Remscheid eingehalten werden, 
richten sich nach dem Alter der Arbeiter. Sie beginnen 
mit 0,60 dH bei vierzehnjährigen Arbeitern (etwa 5% ihres 
Arbeitslohnes) und steigen dann von Jahr zu Jahr um je 
0,20 <M bis zum Betrage von 2,00 dfl für die Altersstufe von 
21 Jahren; dieser Betrag bleibt auch für die Altersstufen 
nach dem 21. bis zum vollendeten 25. Lebensjahre be 
stehen. Zu den jährlichen Zinsen der städtischen Spar 
kasse von 4% bezahlt der Wohlfahrtsfonds der Firma 
2% vom ersparten Kapital als Prämie. Das Sparkassen 
buch gilt bei unserer Einrichtung in der Weise als 
gesperrt, daß bis zum erfüllten 25. Lebensjahre des Sparers 
nur bei Gründung eines eigenen Hausstandes oder bei 
Ableistung: der Militärdienstpflicht oder in Notfällen Aus 
zahlungen stattfinden können. Auch unsere Firma ver 
folgt mit der Einrichtung neben der Erziehung der 
Arbeiterjugend zur Sparsamkeit im allgemeinen haupt 
sächlich den Zweck, den Arbeitern bei der Gründung eines 
eigenen Hausstandes die Mittel an die Hand zu geben, 
die es ihnen ermöglichen, die notwendigsten Möbel gegen 
Barzahlung zu beschaffen, denn wir alle wissen ja, welche 
Fülle von Elend in Arbeiterfamilien meist aus der Tat 
sache entspringt, daß die Möbel auf Abzahlung entnommen 
sind und der Ehebund infolge der hierdurch verursachten 
Schulden auf einer durchaus ungesunden Grundlage ge-
	        
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