Kapitel I. Die Optimisten.
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die absolute Testierungsfreiheit, ohne sie durch irgendwelche Vorbehalte
zugunsten der Erben zu beschränken, aber er lehnt das
Recht ab, Nacherben festzusetzen, denn diese dem Erblasser gewährte
Freiheit wird notwendigerweise zu einer Beschränkung der
Freiheit seiner Erben 1 ).
Was den Freihandel anbelangt, so bringt er einige neue Argumente,
unter anderen besonders folgendes: wenn in dem freien Handelsverkehr
mit arbeitsamen und reichen Ländern eine Gefahr läge, so
würden die armen Provinzen eines Reiches ebenfalls der gleichen
Gefahr ausgesetzt sein, wenn andere Provinzen sich schnell zu einer
hohen Stufe von Regsamkeit und Wohlstände aufschwingen — wie
gleicher Weise Provinzen, die durch einen Krieg annektiert werden.
„Und doch“, fügt er hinzu, „werden diese Vereinigungen sofort gefahrlos,
wenn sie sich durch Eroberung vollziehen!“ Das Argument
ist aber mehr geistreich als beweiskräftig, denn es ist durchaus nicht
unmöglich, daß die Handelsfreiheit innerhalb eines Landes den Erfolg
hat, die Bevölkerung, die Arbeit und das Kapital aus den armen
Gegenden nach den reichen zu ziehen, z. B. aus der Creuse oder aus
Korsika nach Paris. Gerade das aber tritt ein. Freilich liegt hierin
nur ein halbes Übel, denn Frankreich gewinnt auf der einen Seite
das, was es auf der anderen verliert; wenn aber die Creuse oder
Korsika unabhängige Länder wären und ihre Unabhängigkeit bewahren
wollten, so würde man sehr wohl verstehen, daß sie Maßnahmen
ergriffen, um diesen Abfluß zu verhindern. Nun ist allerdings
nicht recht ersichtlich, wie Schutzzölle ihnen hierin helfen
könnten: wenn Dunoyeh gerade hierauf hingewiesen hätte, hätte er
seiner These besser gedient.
Man kann nicht von Dunoyee sprechen, ohne ein Wort über seine
Produktionstheorie Yu sagen. ‘Für ihn ist die Arbeit alles, die Natur,
die Materie nichts: er gesellt sich daher von Anfang an zu den Antipoden
der Physiokraten 2 ). *ünd es scheint, daß er den Sozialisten die Hand
’) Im Fall einer Erbfolge ab intestato ist er für gleiche Teilung. Die
Gründe, die er geltend macht, sind interessant — besonders seine Erwiderung auf
das Argument der Anhänger des Rechts des Ältesten, die behaupten, daß die enterbten
jüngeren Kinder dadurch fleißiger werden, und man nur einen Dummkopf
für jede Familie schaffe. Nach dieser Rechnung, antwortet er, würde es besser
sein, auch dem Ältesten jedes Erbfolgerecht zu verweigern, „denn es erscheint nicht
gerecht, ihn einer Ermutigung zu berauben, die man bei seinen jüngeren Brüdern
für so vorteilhaft hält!“
Nur dachte Dünoybr nicht daran, als er diese ironische Antwort gab, daß ihn
die Sozialisten einmal beim Wort nehmen könnten!
2 ) „Die Arbeit ist die einzige Quelle der produktiven Macht . . . Kapitalien
sind vom Menschen geschaffen; die Erde ihrerseits ist auch weiter nichts als ein
Kapital“ (B. VI).