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die alle in den gleichen Enquetebogen untergebracht werden
mussten, war mit einem gewissen Ausfall zu rechnen.
2. Arbeitszeit. Diese Fragen bilden das beste und wert
vollste Material in ihren Antworten, und von den 340 Bogen
war nur ein einziger vollständig auszuschalten. 21 Bogen ent
halten nur die Angaben der täglichen Arbeitszeit ohne Begren
zung, so dass also auch z. B. über die Mittagspause keine Auskunft
erteilt wird. Je 12 geben den Beginn und den Schluss des Arbeits
tages nicht an.
Die Fragestellung mit der Unterscheidung des Maximal
arbeitstages in der stillen Zeit und in der Saison passt, wie dies
schon bei der Lehrzeit der Fall war, nicht für alle Berufe.
Mehrere haben sich bei der Beantwortung so zu helfen gewusst,
dass sie die Arbeitseinteilung in den Sommer- und Winter
monaten notierten. Viele Ladentöchter hatten das Bedürfnis,
noch speziell die Arbeit an Samstagen zu beschreiben, was
sicher durch eine besondere Frage hätte berücksichtigt werden
sollen.
Die einfache Frage: „Haben Sie Ueberzeitarbeit?“, ist in
dieser Form ungenügend, und man kann es den Befragten kaum
verargen, dass sie in 100 Fällen darauf nicht reagierten.
Auch die Frage nach der Vesperpause ist in 50 Fällen
unbeantwortet geblieben, und einige der Arbeiterinnen hatten
das natürliche Verlangen, auch die Dauer der Pause anzugeben.
„Ferien.“ Logischerweise hätte diese Fragestellung der
Arbeitszeit angegliedert werden sollen, statt jener über die Lohn-
verhiltnisse. Nur 29 haben die Beantwortung unterlassen, da
gegen die Frage nach bezahlten oder unbezahlten Ferien haben
101 nicht berücksichtigt. Ferner ist zu bemerken, dass einige
Damenschneiderinnen, Modistinnen und Weissnäherinnen die Zeit
der regelmässigen Arbeitslosigkeit als Ferien angegeben haben.
3. Lohnverhältnisse. Wenn die Fragen nach der
Arbeitszeit wirklich vorzügliche Beantwortung fanden, so ist dies
naturgemäss beim Lohne weniger der Fall. Trotz der Zusicherung
der „vertraulichen Mitteilungen“ kann doch das Misstrauen auf
diesem Gebiete nie ganz besiegt werden. 56 Bogen enthalten
keine Antwort oder dann nur eine allgemeine, wie „befriedigende
Zustände“, „genügend“ etc. Dagegen sind es nur 31 Bogen, die
über die Zahlungsfrist keine Auskunft geben.