Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  neuen  Seekanäle.

endet  schließlich  in  der  Bai  von  Panama  bei  der  Insel  Perice.  Bis  Gatun  liegt  der  Kanal
im  Meerniveau.  Dann  wird  er  durch  eine  dreistufige  Toppelschlense  um  volle  26,7  in  gehoben; ­
  der  höchste  Hub  beträgt  dabei  10  in  mehr  als  irgendein  anderer  auf  der  Erde
existierender.  Auf  der  pazifischen  Seite  befinden  sich  hingegen  zwei  Schleusen,  erstens  die
sogenannte  Pedro  Mignelschlense  bei  Parniso,  die  den  Wasserspiegel  wieder  um  17  in  sinken
läßt,  und  außerdem  die  Miraflores-Schleuse,  die  den  Ausgleich  mit  dem  Mecrniveau
des  Stillen  Ozeans  bewirkt.  Dieser  weist  nämlich  Ebbe  und  Flut  in  ziemlich  dedentendem
Maße  auf,  während  der  Atlantische
Ozean  der  Gezeitenunterschiede  entbehrt.
Deshalb  ist  der  Kanal,  zur  Verminderung ­
  der  Gezeitenströmungen,  bassinartig ­
  bis  Miraflores  auf  150  in  erweitert ­
  worden.
Besondere  Schwierigkeiten  machen
dem  Kanal  die  alljährlichen  kolossalen
Überschwemmungen  des  Chagresflusses.
Ihretwegen  ist  im  Oberlauf  des  Flusses
ein  Regulierungsstau  angelegt  worden,
der  700  Millionen  Kubikmeter  Wasser
aufzusammeln  vermag,  um  sie  dann  allmählich ­
  wieder  abzugeben.  Die  wichtigste
Wasserhaltung  aber  stellt  der  riesige
Stausee  bei  Gatun  dar,  der  volle  1400
Millionen  Kubikmeter  Wasser  aufnimmt
und  das  für  die  Durchschleusungen  der
einzelnen  Schiffe  erforderliche  Wasser  liefern ­
  soll.  Man  rechnet,  daß  nicht  weniger
als  600000  obin  Wasser  für  jede  einzelne
Turchschleusung  erforderlich  sein  werden.
Ter  große  Gatun-Stausee,  dessen  Herstellung ­
  auch  eine  Verlegung  der  alten
Panamabahn  erforderlich  gemacht  hat,
wird  durch  einen  gewaltigen,  31na  hohen
Abschlußdamm  einen  höchsten  Stauungsspiegel ­
  von  25  in  erhalten.  Ter  Abschlußdamm ­
  selbst  wird  nach  Goethals'
Plänen  aus  Baggergut  aufgeführt.
Technisch  am  schwierigsten  ist  der
große  Culebraeinschnitt,  an  dem  auch
die  Lessepsschc  Gesellschaft  hauptsächlich
gescheitert  ist.  Hier  muß  der  Kanal  durch
vulkanisches,  sehr  hartes  Gestein  in  Tiefen
bis  über  160  nr  hindurchgebrochen  wer-«cr
  pauamalunml  «na  der  Vogelschau.  bot,  und  ungeheure  Massen  von  Material
waren  hier  zu  entfernen.  Der  Kanal  wird  in  seiner  endgültigen  Ausführung  eine  Tiefe
von  10  in  im  Süßwasser,  eine  solche  von  9,7  m  im  Salzwasser  erhalten.  Die  Breite
wird  am  Wasserspiegel  67  in,  an  der  Sohle  45  nr  betragen.  Seitdem  Oberst  Goethals
im  März  1907  die  Leitung  der  Arbeiten  übernommen  hat,  sind  die  Leistungen  bedeutend
gesteigert  worden;  es  werden  täglich  etlva  120000  obm  Erde  bewältigt.  Ursprünglich  verwandte ­
  man  zumeist  Neger  als  Arbeiter,  später  Japaner  und  neuerdings  vorwiegend  Spanier
und  Italiener.  Tie  Zahl  der  Arbeiter  schwankt  um  30000—40  000.
Was  die  Amerikaner  seither  in  Panama  geleistet  haben,  ist  unbedingt  höchster  Bewunderung ­
  wert,  und  zumal  in  den  letzten  Jahren  ist  eine  Arbeit  bewältigt  worden,  wie  noch

PANAMA

STILLER

OZEAN

853.
            
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