Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

536 
Seehäfen. 
Hellinge, Schleppen oder Slips. Größere Ausbesserungen führt man lieber 
ans dem Lande aus, als im Trockendock, damit dieses nicht allzulange von einem Schiff 
besetzt und für andere unbenutzbar ist. Man hat daher schiefe Ebenen konstruiert, auf 
welchen das Schiff vom Wasser aus auf das Land gezogen wird. Die einfachste Vor 
richtung ist ein Helling, wie zum Stapellauf dienend. Vor Erfindung der Mortonschen 
Patentschleppe war zum Aufschleppen eines Schiffes eine Zugkraft gleich J / 6 des Schiffs 
gewichtes notwendig. Bei den Patentschleppen wird das Schiff statt auf einem Schlitten 
auf einem niedrigen Wagen mit auf Schienen laufenden Rollen aufgeschleppt, wodurch 
die Reibung von 1 / lt auf 1 / 40 des Schiffsgewichtes verringert ist. Die Vorwärtsbewegung 
des Wagens geschieht durch Wasserdrnckpressen; Sperrklinken, welche in eine Zahnstange 
in der Mitte des Geleises einfallen, verhindern das Zurückgehen des Wagens. Statt in 
der Längsrichtung werden kleinere Schiffe auch in der Querrichtung aufgeschleppt. Neben 
den mit der Größe der Schiffe sich rasch steigernden Betriebskosten haben die Schleppen 
noch den Nachteil starker Abnutzung und schwieriger Unterhaltung, sowie nachteiliger Ein 
wirkungen auf den Schiffskörper. 
Erhaltung der Tiefe der Häfen. Um einem Hafen seine Leistungsfähigkeit 
zu erhalten, sind die baulichen und maschinellen Einrichtungen, wie Kräne, Brücken, 
Docks, Schleusenthvre, Gleisanlagen, Speicher, Ladestraßen u. s. w., jederzeit in bestem 
Stand zu erhalten. Ein Hanpterfordernis ist aber die Erhaltung der Wassertiefe 
in den Hafenbecken, dem Vorhafen und der Hafeneinfahrt. Denn alle Hafenbecken er 
fahren im Laufe der Zeit eine Aufhöhung ihrer Sohle und damit eine Verminderung 
ihrer Wassertiefe entweder durch Verunreinigung von den Hafen durchströmenden oder 
in denselben sich ergießenden Wasserläufen, oder durch Sandzuführung infolge von Küsten 
strömungen und endlich auch durch die Abfälle von den Schiffen beim Löschen von Ballast, 
Kohlen u. dergl. Die Aufhöhung der Sohle kann je nach den örtlichen Verhältnissen 
30 ein bis 1 m im Jahre betragen. Das beste Mittel gegen die Verflachung eines Hafens 
ist eine kräftige natürliche Durchströmnng des Hafens durch einen Wasserlauf oder infolge 
einer Küstenströmung oder von Ebbe und Flut. Wo solche natürliche Strömung an sich 
nicht kräftig genug ist, kann ihre Wirkung durch Anlage künstlicher Leitdämme, durch 
welche die Strömung zusammengehalten wird, gesteigert werden. In Ermangelung natür 
licher Durchströmung hat man Ablagerungen auf der Hafensohle durch künstliche Spülung 
zu beseitigen gesucht, indem man in geschlossenen Hafenbecken, oder in eigens zu diesem 
Zweck angelegten, durch Spülschleusen abgeschlossenen Spülbecken bei Flut große Wasser-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.