Landmarken.
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Schiffahrtszeichen.
Auf der Fahrt durch den endlos scheinenden Ozean sucht sich der Schiffer mit
Kompaß und Steuer den Weg, um sein fernes Ziel zu erreichen, mit Hilfe seiner Instrumente
befragt er bei Tag die Sonne und bei Nacht die Sterne, die ihm untrügliche und genaue
Auskunft geben, über den Ort, an dem sein Schiff sich befindet. Nach langer Fahrt
kehrt das Schiff mit den Waren ferner Länder reich beladen nach dem heimatlichen Hafen
zurück; schwere Kämpfe mit Sturm und Wellen hat es durchgemacht, in denen es dank
seinem festen Gefüge, dank der vortrefflich arbeitenden Maschine und dank der Kalt
blütigkeit und unermüdlichen Ausdauer von Führer und Mannschaft siegreich das Feld
behauptet hat. Die größten Gefahren hat es aber noch nicht hinter sich, diese drohen
ihm erst jetzt bei der Annäherung an die Küste. Das Lot mit der mit Talg ausgefüllten
Höhlung wird fleißig ausgeworfen, um aus den von ihm heraufgebrachten Grundproben
durch Vergleich mit den Angaben in der Tiefen-
und Grundkarte des Meeresbodens mit einiger Ge
nauigkeit den Punkt festzustellen, über dem das Schiff
schwimmt. Der Schiffsführer läßt die Maschine lang
sam gehen, der Wachthabende verdoppelt seine Auf
merksamkeit, um bei der großen Zahl der im engen
Fahrwasser sich begegnenden Schiffe, deren Fahrt
rechtzeitig zu erkennen und dem drohenden Zusam
menstoß auszuweichen und um die in der Nähe der
Küste vorhandenen Klippen und Untiefen zu ver
meiden. Schon manches Schiff, das hoffte in wenigen
Tagen oder Stunden in den schützenden Hafen ein
laufen und dort nach langer Fahrt durch das sturm
bewegte Meer ausruhen zu dürfen, hat an den
Klippen und Sandbänken der Küste noch seinen
Untergang gefunden.
Zur sicheren Fortsetzung der Fahrt von der
offenen See durch die Klippen, Riffe und Strö
mungen in die Flußmündungen und Häfen braucht
der Schiffer Wegweiser, und diese sind ihm in den
Segelanweisungen und in den Küstenkarten gegeben.
Außer der genauen Darstellung des betreffenden
Meeres und der Küste nebst Klippen, Sandbänken,
schwimmenden Seezeichen u. s. w. enthalten diese
Küstenkarten noch sogenannte Küstenbilder, das sind leicht gezeichnete Abbildungen aller
hervorragenden Gegenstände, wie Berge, Dünen, Türme, Windmühlen, Häusergruppen,
Wälder, wie diese sich dem von der See kommenden Schiffe darstellen. Ist die Küste von
Natur arm an derartigen in die Augen fallenden Gegenständen, so müssen künstliche Land
marken geschaffen werden, Tagesmarkeu genannt, wenn sie nur bei Tag, Nachtmarken,
wenn sie wie die Leuchttürme auch bei Nacht sichtbar sein sollen. Als Tagesmarken werden
Baken errichtet, hohe turmähnliche Gerüste, seltener Pfeiler aus Stein, denen man zur deut
lichen Sichtbarkeit und Unterscheidung große Flächen mit recht in die Augen springenden
Umrißlinien und einen entsprechenden Anstrich gibt, so daß sie sich vom Hintergrund gut
abheben. Von ihrer äußeren Erscheinung erhalten diese Baken ihren Namen wie z. B. Kugel-,
Becher-, Jungfern-, Windmühlen-, Stuudenglasbake u. s. w. Damit die großen Flächen den
an der Küste wehenden Winden nicht zu großen Widerstand entgegensetzen, werden die
Baken aus durchbrochenem Gerüstwerk gebildet. Die Abb. 531 bis 533 stellen einige solcher
Baken dar. Kommt dem Schiffer eine oder mehrere solcher Landmarken zu Gesicht, so
bestimmt er mit Kompaß und Sextant die Richtung, in der er dieselben sieht, und kann
daraus den Punkt, über dem sein Schiff schwimmt, in seiner Karte bestimmen.
531. Minktmke.