Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

552 Schiffahrtszeichen. 
Lichtes strahlend den Schiffern den Zugang znm Hafen von New Aork weist. Dieses 
Standbild auf 28 m hohem Granitsockel errichtet, ein Geschenk Frankreichs an Amerika, 
ist das größte Bildwerk alter und neuer Zeit. Der älteste Leuchtturm, von dem wir 
wissen, ist der im Jahre 283 v. Chr. auf der Insel Pharos am Eingang zum Hafen 
von Alexandria unter Ptolemäus Philadelphus durch Sostratus aus Knidos erbaute 
Turm. Dieser Turm, dessen Standort die Bezeichnung für Leuchttürme geliefert hat, 
soll 170 na hoch, in seiner unteren Hälfte viereckig aus weißen Quadern gebaut, da 
rüber achteckig und in seinem 
obersten Teil rund gewesen 
sein; er trug die Inschrift: 
„Sostratus von Knidos, der 
Sohn des Dexiphanes, den 
rettenden Göttern zum Wohle 
der Seefahrer." Sein Licht 
soll 60 km weit sichtbar ge 
wesen sein und wie ein Stern 
durch die Nacht geschienen 
haben. Der Turm stand etwa 
bis zum Jahre 1317. Seit 
dem hat türkische Barbarei jede 
Spur des berühmten Denk 
males, auch eines der sieben 
Weltwunder wie der Koloß 
von Rhodos, hiuweggetilgt. 
Der Geograph Dionysius aus 
Alexandria (1. oder 2. Jahr 
hundert v. Chr.) berichtet von 
einem Leuchtturm, der an 
der Mündung des Chysor- 
rhoas, im Bosporus von 
Thracien errichtet war, und 
bemerkt, daß die Bewohner 
an verschiedenen Punkten 
der Küste in verbrecherischer 
Absicht Feuer angezündet 
hätten, um die Schiffer zu 
täuschen. 
Daß in Kriegsfällen die 
Feuer der Leuchttürme gelöscht 
werden, wie jüngst im grie 
chisch-türkischen Krieg mehr- 
539. Leuchtturm von Cordouan. fach vorgekommen ist, dürste 
selbstverständlich sein. 
Das älteste Feuer an der Nordsee ist das im Jahre 1299 auf der zu Hamburg 
gehörigen Insel Neuwerk zur Sicherung der Einfahrt in die Elbe errichtete Feuer, das 
noch heute dort brennt. Dieser Turm ist zur Zeit der älteste noch in Benutzung befindliche 
Leuchtturm der Erde. 
Der prächtigste Leuchtturm der Erde ist der Leuchtturm von Cordouan an der Mün 
dung der Gironde. Auf einem Felsen, der nur bei Niedrigwasser trocken, bei Hochwasser 3 m 
vom Wasser bedeckt ist, wurde der Turm im Jahre 1584 unter Heinrich III. begonnen und 
1610 von dem berühmten Architekten und Ingenieur Louis de Foix, der auch einen Teil 
des Escorial gebaut hat, glücklich vollendet. Im Jahre 1727 wurde unter Ludwig XV. die 
37m über dem Meeresspiegel gelegene steinerne Laterne, deren Pfeiler vom Feuer Not ge 
litten hatten und auch zu viel Licht verdeckten, durch eine eiserne Laterne in derselben Höhe
	        
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