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Die Taucherkunst.
zuführen, öffnete man einen Hahn und ließ die durch das Wasser verdrängte Luft durch
den ebenfalls geöffneten Verbindungsschlauch in das Glockeninnere eintreten. Diese Art
der Luftzuführung war sehr umständlich, und der Apparat erfuhr dadurch eine wesent
liche Verbesserung, daß man die Luft mittels einer Pumpe durch einen Schlauch direkt
in die Glocke einführte, die benutzte Luft entweicht hierbei durch ein Ventil.
Im Jahre 1845 schaffte die Stadt Hamburg für die vielfach auszuführenden
Arbeiten unter Wasser, wie namentlich die Entfernung von Pfahlstummeln und Steinen
aus dem Fahrwasser, eine
Taucherglocke an. Die Glocke,
die auf einem für diesen
speziellenZweckerbautenFahr-
zeug untergebracht ist, besteht
ans Gußeisen, im Inneren
mißt sie 1,25 resp. 1,75 in,
die Höhe beträgt 2 m. In
derselben können zwei Ar
beiter Platz finden und sich
so bewegen, daß sie ihre
Werkzeuge benutzen können.
Die Versorgung der Glocke
mit frischer Luft erfolgt in
derselben Weise, wie solche
für die Taucherapparate
üblich ist, d. h. durch einen
Schlauch und mittels einer
Luftpumpe. Auch für die
Signale zur Verständigung
zwischen den in der Glocke
befindlichen Arbeitern und
der Deckmannschaft sind, wie
im allgemeinen üblich, Zei
chen im Gebrauche. Diese
Signale bestehen in Schlägen
mit dem Hammer gegen die
Glockenwandung. Auf dem
Deck des Fahrzeuges befinden
sich mehrere Winden. Die
größere dient zum Senken
und Heben der Glocke und
der an diese etwa gehängten
Gegenstände, die zweite wird
zum Heben von Gegenständen
benutzt, die von den Ar
beitern am Grunde an das
Windetau befestigt werden.
Die Benutzung der Glocke
erfolgt in der Weise, daß die Taucher in einem Boot unter die Glocke fahren und
in diese einsteigen, und zwar sind im Inneren zwei Bänke angebracht. Das Boot
wird nun entfernt und die Glocke ins Wasser hinabgelassen. Durch Hin- und Her
fahren suchen die Taucher die Stelle auf, an welcher sich das zu entfernende Hindernis
befindet. Wenn sie die richtige Stelle gefunden haben, so lassen sie die Glocke bis nahe
auf den Boden senken und beginnen die Arbeit.
Die Taucherglocken sind durch die Erfindung der Taucherschachte ziemlich in
den Hintergrund gedrängt. Zuerst hat der französische Ingenieur Colomb (1778) einen
666 bis 669. gardickrs Sicftanchappnrnt.