Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisen-  und  Stahlschiffbau:  Stapellauf.

geben,  so  drehen  die  nach  unten  drängenden  Läufer  die  Welle  und  kommen  frei  von  den
Daumen.  Bei  der  „Oceanic"  wurde  der  Arm  der  Welle  durch  eine  hydraulische  Presse
gehalten  (Abb.  700).  Neben  diesen  Sicherheitsvorkehrungen  sind  nun  ferner  Einrichtungen
zu  treffen,  um  das  Schiff,  sobald  es  die  Helling  verlassen  hat,  im  Wasser  aufzustoppen,
damit  es  namentlich  bei  engen  Flußlänfen  nicht  auf  das  gegenüber  liegende  Ufer  aufläuft. ­
  Man  verwendet  hierzu  schwere  Ketten,  welche  durch  Stroppen  derart  gezurrt
sind,  daß  auf  alle  2—3  m  der  Kette  ein  Stropp  reißen  muß,  ehe  dieselbe  mitläuft.  Zuweilen ­
  befestigt  man  am  Ende  der  Kette  statt  eines  schweren  Ankers  einen  Holzkeil,  welcher
beim  Steifwerden  der  Ketten  zwischen  zwei  horizontal  gelagerte  und  solide  verstrebte
Balken  hindurchgezogen  werden  muß.  Auch  finden  Stopperflöße  Verwendung,  welche
das  Schiff  im  Wasser  aufrechtstehend  nachschleppen  muß.

699.  Der  Schnelldampfer  „Geranie"  vor  dem  StaprUanf.
Nach  dem  Stapellauf  beginnt  nun  in  der  Hauptsache  der  Einbau  der  Maschinenund
  Kesselanlage  sowie  der  Hilfsmaschinen  mit  den  erforderlichen  Dampfrohrleitungen,
Kabeln  u.  s.  w.,  die  Aufstellung  der  gesamten  Wohn-  und  Kammereinrichtungen,  die
Fertigstellung  der  Bemastung  nebst  Takelage  und  bei  Kriegsschiffen  das  Anbringen  der
Panzerung  und  die  Aufstellung  der  Geschütz-  und  Torpedoarmierung.  Zum  Anbordbringen
  der  schweren  Teile  bedient  man  sich  besonderer  Kräne  mit  veränderlicher ­
  Ausladung,  die  teilweise  am  Kai,  teilweise  als  Schwimmkran  auf  einem  Ponton
errichtet  sind.
Infolge  der  steten  Steigerung  der  Deplacements  der  Schiffe  erreichen  die  einzelnen
Ausrüstungsgegenstände,  wie  das  Ruder,  die  Ankereinrichtung,  derartige  Abmessungen
und  Gewichte,  daß  die  Bedienung  derselben  mit  Handkraft  nur  in  Ausnahmefällen  durchführbar ­
  ist.  Man  sucht  daher  bei  der  zur  Verfügung  stehenden  Dampfkraft  die  Handarbeit ­
  in  ausgiebigster  Weise  durch  Maschinenkraft  zu  ersetzen,  und  so  hat  sich  die  Zahl
derHilfsmaschinen  an  Bord  der  Schiffe  bedeutend  gesteigert.  Man  verwendet  sie  überall
auch  für  kleine  Leistungen,  um  an  Zeit  und  Personal  zu  sparen,  und  man  ist  neuerdings
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