Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  Weltwirtschaft.

Dabei  sind  jedoch  nur  die  im  Welthandel  sichtbar  werdenden  Mengen  in  die  Aufstellung ­
  einbezogen,  da  von  den  meisten  Kolonialländern  die  Erzeugung  für  den  eigenen
Verbrauch  unbekannt  ist  und  nur  die  Ausfuhr  ermittelt  wird.
Die  wichtigsten  Einfuhrländer  für  Zucker  sind  England  und  die  Vereinigten
Staaten.  In  neuester  Zeit  erscheint  europäischer  Rübenzucker  auch  auf  den  ostindischen
Märkten  in  größeren  Mengen,  so  daß  man  daran  denkt,  Schutzmaßregeln  zu  gunsten
der  dortigen  Rohrzuckerindustrie  zu  ergreifen.
Der  Zuckerverbrauch  betrug  im  Jahre  1893/94  in  Großbritannien  33,8,  in  den
Vereinigten  Staaten  20,8,  in  Dänemark  13,5,  in  Frankreich  12,4,  in  der  Schweiz  11,7,
im  Deutschen  Reiche  10,i,  in  den  Niederlanden  9,5,  in  Schweden  8,1,  in  Österreich  7,5,
in  Norwegen  5,5,  in  Belgien  4,  in  Italien  3,5  kg  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung.
Bis  zu  einem  gewissen  Grade  spiegelt  sich  darin  der  Wohlstand  der  Bevölkerung,
was  insbesondere  in  dem  raschen  Wachstum  des  deutschen  und  französischen  Zuckerverbrauchs ­
  zu  Tage  tritt.  Zu  bemerken  ist  dabei  jedoch,  daß  auf  die  Höhe  des  Zuckerverbrauches ­
  in  England  und  den  Bereinigten  Staaten  die  Verbilligung  einwirkt,
die  der  Zucker  dort  infolge  der  Ausfuhrprämien  der  europäischen  Zuckerländer  erfährt.
Die  Erzeugnisse  der  tropischen  Landwirtschaft.
Unter  den  eigentümlichen  Erzeugnissen  der  tropischen  Länder  haben  Kaffee,  Thee
und  Kakao  als  für  uns  unentbehrliche  Genußmittel  hohe  Bedeutung  für  den  Welthandel
gewonnen.  Die  Anpflanzung  des  Kaffees  hat  sich  von  seiner  ostafrikanischen  und
arabischen  Heimat  rasch  über  Indien  und  den  Sundaarchipel,  sowie  nach  den  westindischen
Inseln  verbreitet.  Sie  griff  dann  auf  das  südamerikanische  Festland  über,  und  heute
ist  Brasilien,  namentlich  die  Staaten  Sao  Paulo  (Santos)  und  Rio,  das  hauptsächlichste
Produktionsgebiet,  während  in  Ostindien  und  auf  den  Sundainseln  infolge  der  Verwüstungen, ­
  welche  Krankheiten  des  Kaffeebaumes  in  den  Pflanzungen  hervorriefen,  der
Kaffeebau  namhaft  zurückging,  und  auf  den  Antillen,  namentlich  auf  Cuba,  großenteils
die  Zuckerrohrpflanzung  an  seine  Stelle  trat.  In  der  Zukunft  dürfte  sich  unter  anderem
Ostafrika  zu  einem  Haupterzeugungsgebiete  für  Kaffee  entwickeln.
Für  das  Jahr  1896/97  wird  die  Kaffeeernte  in  den  einzelnen  Erzeugungsländern,
soweit  sie  in  den  Welthandel  übergeht,  auf  folgende  Mengen  geschätzt:

Brasilien  448  990  t  Portorico  26  262  t
Venezuela  50  000  „  Britisch-Ostindien  u.  Ceylon  12  929  „
Columbia  21  500  „  Java  und  übriges  Nieder-Mittelamerika
  71  843  „  ländisch-Jndien  ....  53793
Mexiko  14  817  „  Alle  übrigen  Länder  .  .  .  20  000
Haiti  u.  S.  Domingo  .  .  35  803  „  Welternte  755  937  „
Der  Kaffeeverbrauch  betrug  im  Jahre  1897:
im  Deutschen  Reiche  .  135  890  metr.  1  in  Belgien  ....  29  000  metr.  t
in  Frankreich  .  .  .  77  310  „  „  der  Schweiz  .  .  .  10  150  „
„  Österreich-Ungarn  .  39  880  „  „  den  Verein.  Staaten
„  Großbritannien.  .  12  420  „  von  Nordamerika  .  318170  „

In  der  Erzeugung  von  Thee  nimmt  seine  Urheimat  China  immer  noch  den  ersten
Rang  ein.  Doch  begegnet  es  dem  steigenden  Wettbewerb  von  Ostindien,  Ceylon  und
Java,  wo  man  an  Stelle  der  vielfach  durch  Krankheiten  verwüsteten  Kaffeepflanzungen
den  Theebau  mit  Erfolg  einzuführen  begann.  Die  große  Ungleichmäßigkeit  des  zumeist
aus  kleinen  Pflanzungen  stammenden  chinesischen  Thees  und  die  Häufigkeit  seiner  Verfälschung ­
  beförderten  die  Verdrängung  Chinas  auf  dem  Weltmärkte.  Auch  in  Natal
und  auf  den  Fidschiinseln  wurde  die  Anpflanzung  von  Thee  mit  Erfolg  versucht.
Im  Jahre  1895  bezw.  1896  betrug  die  Theeausfuhr:

aus  China  116  Will,  kg  aus  Java  5,1  Will,  kg
..  Japan  20,ii  „  „  „  Fidschi  0,075  „
„  Ostindien  ....  52  „  „  „  Natal  0,225  „  „
„  Ceylon  ....  44  „  „
            
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