fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

384* Verein für Handlungs-Commis von 1858 (Kaufmännischer Verein), Hamburg. 
682 Köpfen und einem Vermögen von 15 768 M. in eine eingeschriebene Hilfskasse 
umgewandelt. Bis zum 1. Oktober 1909 erstreckte sich der Wirkungskreis auf ganz 
Deutschland; von da ab wurde er auf ganz Europa ausgedehnt. Die Kasse be 
zweckt, in Krankheitsfällen helfend einzugreifen. Ihr Vorzug anderen Krankenversiche 
rungen gegenüber besteht darin, daß sie schon für sehr kleine Einzahlungen die höchsten 
Leistungen an Kranken- und Begräbnisgeld bietet. In der Zeit vom 1. Juli 1885 bis 31. De 
zember 1912 ist in 217 760 Krankheitsfällen Unterstützung gewährt worden. Bei 1 530 209 
Krankheitstagen kam Krankengeld zur Auszahlung. Die Gesamtausgaben ohne Ver 
waltungskosten beliefen sich auf 7 06x 763 M., und zwar für 
Krankenunterstützungen 3 314 091 M. 
Arzthonorar 2 457 803 ,, 
Arznei 712 781 ,, 
Heilmittel und sonstige Ausgaben ...... 353 464 ,, 
Begräbnisgeld 223 624 ,, 
Die Gesamteinnahmen betrugen im gleichen Zeiträume 8561 467 M. Das Vermögen 
bezifferte sich am 31. Dezember 1912 auf über 580000 M. An Verwaltungskosten entstanden 
929 704 M., so daß den Mitgliedern unter Berücksichtigung des Vermögens rund 83 v. H. 
ihrer Einzahlungen wieder zugute gekommen sind. 
Die Beiträge sind gegenüber den hohen Leistungen mäßig und für Lehrlinge noch 
besonders niedrig bemessen. Eintrittsgeld erhebt die Kasse nicht. An Krankenunter 
stützung gewährt sie, außer freier ärztlicher Behandlung oder Arzthonorarvergütung, 
Arznei, sowie Brillen, Bruchbänder und sonstige Heilmittel, ein tägliches Krankengeld je 
nach Wahl der Klasse bis zu 5 M. Bei Aufenthalt in Krankenhäusern werden die Kur- 
und Verpflegungskosten je nach Höhe der Versicherung einschließlich der Familienan 
gehörigenunterstützung bis zu 9 M. täglich ausgezahlt. Im Todesfälle kommt an die An 
gehörigen ein Begräbnisgeld, ohne Rücksicht auf die Dauer der Mitgliedschaft, bis zu 300 M. 
zur Auszahlung. Durch diese Leistungen ist es der Kasse gelungen, einen Mitgliederbestand 
von über 25 000 zu erzielen. 
Der Grundsatz des Vereins, daß neben der heute nicht mehr zu entbehrenden Hilfe 
durch Staat und Gesetzgebung die Hilfe aus eigener Kraft nicht nur daseinsberechtigt, 
sondern auch notwendig ist, hat den Verein zur Schaffung weiterer, auf Selbsthilfe 
gegründeter Wohlfahrtseinrichtung veranlaßt. Eine 
PENSIONSKASSE wurde im Jahre 1886 gegründet, die als Grundstock 25000 M. vom 
Vereinsvermögen zugewiesen erhielt. 
Diese Kasse hat sich die Aufgabe gestellt, den selbständigen Kaufleuten und Hand 
lungsgehilfen für den Fall der Invalidität wie für die Zeit vorgerückten Alters einen wirk 
samen Schutz zu bieten und den ihres Ernährers beraubten Ehefrauen eine ausreichende 
Beihilfe zum Lebensunterhalte zu gewähren. 
Die Kasse erfüllt diese Aufgabe durch ihre Invaliditäts-, Alters- und Witwenversiche 
rung; sie zahlt 
Witwenrenten bis zum Betrage von 1200 M. jährl. 
Invalidenrenten ,, ,, ,, ,, 2000 ,, ,, 
Altersrenten „ ,, „ ,, 3600 „ „ 
Insgesamt sind bis Ende 1912 etwa 3(4 Millionen Mark an Invaliden-, Witwen- und 
Altersrenten usw. gewährt worden. 
Das Kassenvermögen war bis Ende 1912 auf mehr als 14 % Millionen Mark angewachsen. 
Die jährliche Einnahme an Beiträgen und Zinsen beträgt über eine Million Mark. 
Die Einrichtungen der Pensionskasse bilden eine wichtige Ergänzung der staatlichen 
Angestelltenversicherung, denn sie übernimmt die Invaliditäts- und Witwenversicherung
	        
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