Full text: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Verein für Handlungs-Commis von 1858 (Kaufmännischer Verein), Hamburg. 385* 
ohne Wartezeit, überbrückt also in zweckmäßigster Weise die bei der staatlichen Fürsorge 
vorgesehene xo jährige bzw. 5 jährige Wartezeit und bringt außerdem Altersrenten schon 
vom 55. Lebensjahre ab zur Auszahlung. 
HINTERBLIEBENEN- UND ALTERSVERSORGUNGSKASSE. 1901 schuf dann der 
Verein eine Hinterbliebenen- und Altersversorgungskasse, die den Vereinsmitgliedern und 
ihren Angehörigen die Lebensversicherung in ihren verschiedenen Formen bietet. Im 
Jahre 1903 erhielt die Kasse die Reichskonzession. 
Die anhaltend günstige Entwicklung der Kasse zeigen folgende Ziffern: 
1901: 1905: 1909: 1912: 
Versicherungsbestand .... 2 067 100 M. 4 829 100 M. 8 560 570 M. 11 822 854 M. 
Beiträge und Zinsen .... 71 000 ,, 249 500 ,, 492 625 ,, 592 996 ,, 
Prämienreserven 27 112 ,, 421545 ,, 1328612 ,, 2252411 ,, 
Extrafonds 47 575 „ 150 °98 „ 216 933 „ 290 921 „ 
Uberschuß 21 573 ,, 21 128 ,, 50 108 ,, 91 257 ,, 
SPAR- UND DARLEHNSKASSE. Etwa zur gleichen Zeit wie die Lebensversicherung 
trat die Spar- und Darlehnskasse als eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haft 
pflicht ins Leben. Sie bezweckt, den Vereinsmitgliedern, deren Ehefrauen und Kindern 
zur sicheren und nutzbringenden Anlegung von Ersparnissen Gelegenheit zu geben, 
ferner an Mitglieder der Genossenschaft Darlehen unter vorteilhaften Bedingungen zu 
gewähren. 
Die günstige Entwicklung auch dieser Kasse beweist die folgende Übersicht: 
1901: 1905: 1909: 1912: 
Gesamtumsatz . . . 1 091 244,12 M. 3 332 345,94 M. 5 042 0x2,12 M. 6 907 244,84 M. 
Mitgliederzahl . . . 764 1335 1390 1634 
Mitgliederguthaben . 47 205,28 ,, 165 662,61 ,, 158 985,40 ,, 275 155,22 „ 
Haftsumme .... 89 200,-— ,, 233 000,—- ,, 210 200,— ,, 334 800,— ,, 
Sparkasseneinlage 
konto 89 577,33 „ 621 287,50 „ 1 225 153,51 ,, 1 728 537,55 „ 
Wechsel- und Depot 
konto 128910,95 ,, 277279,— ,, 308859,89 „ 285977,54 „ 
Rücklagen 1 702,89 ,, 12 812,70 ,, 22 707,54 ,, 38 580,34 ,, 
Dividende — 3 V2 % 5 % 5 % 
FAMILIENKRANKENVERSICHERUNG. Ende 1910 folgte als vorläufig letztes Glied 
der Kasseneinrichtungen die Schaffung der Familienkrankenversicherung, deren Aufgabe 
es ist, die verheirateten Mitglieder vor den materiellen Sorgen bei Erkrankungen in der 
Familie zu bewahren. Diese jüngste selbständige Wohlfahrtseinrichtung des Vereins hat 
sich ebenfalls durchaus günstig entwickelt. Der Bestand an Versicherten betrug Anfang 
1913 2148 Personen, davon 1075 Ehefrauen und 1073 Kinder. Die in den beiden ersten 
Geschäftsjahren (1911 und 1912) geleisteten Auszahlungen bezifferten sich auf 40000 M. 
Die Rücklagen betrugen nach Ablauf des ersten Geschäftsjahres (1911) 8738,42 M. Die 
Rechnungsergebnisse des zweiten Geschäftsjahres gestatten die satzungsmäßige Rück 
stellung von 10 v. H. der sich auf 40000 M. belaufenden Beitragseinnahmen. Die Beiträge 
sind gegenüber dem Risiko, welches Frauen und Kinder für eine Krankenversicherung 
mit ausgedehnterer Leistungspflicht bilden, als durchaus mäßig zu bezeichnen. Bei dem 
guten Gedanken, welcher der Familienkrankenversicherung zugrunde liegt, und bei der 
wachsenden Anerkennung und Aufmerksamkeit, welche sie unter den Mitgliedern des 
58 er Vereins findet, wird auf eine dauernde Vorwärtsentwicklung dieser Einrichtung auch 
in Zukunft sicher zu rechnen sein. 
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