Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

Die Bagdadbahn. 959i 
wierige Intrigenspiel um die deutsche Bagdad-Linie im wesentlichen zu einem für Deutsch 
land erfreulichen und ehrenvollen Ausgang gedeihen lassen. 
Die Weiterführung der Bahn über El Helif nach Mossul und dann tigrisabwärts 
bis Bagdad als deutsches Unternehmen ist danach sichergestellt. Es wurde außerdem 
beschlossen, von der Station Osmanije eine Zweigbahn z» dem bedeutenden Hafen Alexan- 
drette zu bauen. Man gewann damit neben dem strategischen Vorteil der Hinterland- 
führung einen Anschluß an den wichtigsten der in Betracht kommenden Mittelmeerhäfen. 
Diese Lösung des schwierigen Problems der künftigen Führung der Bahn, die sich nun 
mehr anschickt, aus den schwierigen kleinasiatischen Gebirgen ins nördliche Syrien und 
847. Der endgültige Verlauf der Künftige» Sagdadbayn. 
bald in die weite, bequeme mesopotamische Ebene einzudringen, darf entschieden als 
glücklich bezeichnet werden. An der Erreichung von Bagdad durch die deutsche Bahn 
kann somit kaum noch ein Zweifel obwalten, und in einigen Jahren dürfte somit das 
ivesentlichste Ziel des großartigsten und Weitestschauenden Betätigungsgebietes deutsch- 
überseeischer Verkehrspolitik erreicht sein. 
Die Fortführung der Bagdadbahn über Bagdad hinaus bis an den Persischen Golf, 
die ursprünglich gleichfalls den Deutschen konzessioniert war, die aber für die Engländer 
einen besonders empfindlichen Stein des Anstoßes bildete, wird freilich nicht als deutsches 
Unternehmen erfolgen, sondern als überwiegend britisches. Um den Vertrag vom 21. Mürz 1911 
überhaupt möglich zu machen, mußten die Teutschen auf diesen Teil der Konzession verzichten, 
und England, das im Zweistromland nur ein noch dem Namen nach türkisches, in Wahrheit 
britisches Gebiet zu sehen gewohnt ist, ist drauf und dran, sich eine Konzession für eine 
von Bagdad nach Basra oder Kuweit laufende Bahn geben zu lassen, welche die durch Sir 
William Willeocks in Angriff genommenen Bewässerungsgebiete im unteren Zwcistromland
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.