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meisten drückt und ich lieber weniger ver
dienen möchte, als immer daran denken,
daß, wenn es dem Meister nicht mehr paßt,
ich abends brotlos bin. (i.) [M. B.]
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30,— Mit dem Lohn wäre man schon zufrieden,
wenn die Abhängigkeit nicht wäre, daß man
nicht frei über die Arbeitszeit verfügen kann
und auf Verlangen des Chefs Überstunden
machen muß. (2. t.) [M.B.]
30,— Alles angeführte, außer dem letzten lastet
schwer auf mir. Hauptsächlich drückt mich
aber der niedrige Lohn, fast noch mehr, die
aussichtslose Zukunft. Verurteilt zu sein in
seinem ganzen Leben vor der Unmöglich
keit zu stehen seine materielle und geistige
Lage trotz größter Anstrengung nicht heben,
nicht verbessern zu können, das ist hart.
Es gehört für den empfindenden Arbeiter
eine große Energie dazu daran nicht zu ver
zweifeln; und nur der Arbeiterbewegung
ist es zu danken, daß von den fühlenden,
sein Elend begreifenden Arbeitern nicht
mehr über Bord gehen. (1.) [M.B.]
Mich drückt diese Abhängigkeit, in der wir,
die Erhalter der Menschheit, das arbeitende
Volk, uns befinden. Arbeiten, um nicht zu
verhungern, dann zuweilen noch Vieles über
sich ergehen lassen, will man nicht die Stelle
verlieren, das sind aufgezwungene Fesseln,
unter denen nur ein indifferentes Volk sich
glücklich fühlen kann. (1.) [M.B.]
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Alles, sowohl der geringe Lohn als das Be
wußtsein, vom Arbeitgeber abzuhängen, ver
bittert meine Lage. Eine Handbewegung
meines Vorgesetzten genügt, mein Blut in
Wallung zu bringen. (2. t.) [M. S.]
Der geringe Lohn ist das größere Übel, denn
wenn ich mehr Lohn hätte, dann könnte ich,
um mit Schopenhauer zu reden, eine Schutz
mauer errichten gegen allerlei Übel des Le
bens. (2.) [M.B.]
Alles drückt mich. (3. t.) [M. S.]
Wohl möchte ich meinem Kinde mehr und
Besseres bieten, doch unsäglich drückt
einen denkenden Menschen, einen fühlen
den Arbeiter die Abhängigkeit von den Lau
nen des Unternehmers und deren Antreiber,
welche byzantinisch nach oben und brutal
nach unten den Arbeiter nur als Arbeitstier
betrachten, daß man ihnen manchmal an
die Kehle springen möchte. (1. t.) [M. B.]
Da mit fortschreitender Gewerkschaftsbewe
gung das Abhängigkeitsverhältnis zum Ar
beitgeber kein rein individuelles mehr ist,
vielmehr dieses Joch gemeinsam getragen
wird und dadurch für den Einzelnen leich
ter, so drückt mich der Umstand weit mehr,
mit meinem geringen Einkommen nicht das
bestreiten zu können, was notwendig, wün-
schens- und begehrenswert ist. (1.) [M. S.]